Neuro-psychiatrische Krankheiten

Kameras im Auto warnen vor Sekundenschlaf

Jeder vierte Unfall mit Todesfolge auf Autobahnen wird durch Sekundenschlaf verursacht. Kameras im Armaturenbrett helfen Autofahrern, aufmerksam zu bleiben.

Veröffentlicht: 13.10.2010, 16:39 Uhr
Kameras im Auto warnen vor Sekundenschlaf

Demonstrator: Der Integrated Eyetracker des IDMT ermöglicht eine berührungslose und völlig kalibrationsfreie 3D-Blickrichtungsbestimmung.

© Fraunhofer IDMT

Kameras im Auto warnen vor Sekundenschlaf

Gefährliche Situation: Ein Autofahrer nickt kurz am Steuer ein.

© sth

ILMENAU (ars). Ein neues Assistenzsystem beobachtet die Augenbewegungen des Fahrers und warnt ihn vor dem Einnicken, damit er schnell auf Gefahren reagieren kann - im Stau oder an Baustellen. Forscher des Fraunhofer-Instituts in Ilmenau werden das Gerät (Eye-Tracker) auf der Messe VISION in Stuttgart Anfang November vorstellen. Es lasse sich mühelos in jedes Automodell einbauen, teilt das Institut mit.

Die Kameras brauchen nicht umständlich kalibriert werden, wogegen bei herkömmlichen Geräten für jeden Menschen, dessen Blickrichtung ermittelt werden soll, aufwändige Vorbereitungen nötig sind, weil jedes Gesicht, jedes Augenpaar unterschiedlich sind.

Das Gerät kommt ohne PC und Laptop aus, kleine Module berechnen durch eigene Programme direkt die Blickrichtung. Da mindestens zwei Kameras dreidimensional aufzeichnen, erkennen sie direkt die räumliche Lage der Pupille. Die Informationen liegen an einer Standard-Schnittstelle vor (USB, CAN). So lässt sich der Eye-Tracker direkt an den Bordcomputer anschließen.

Stellen die Kameramodule fest, dass das Auge länger geschlossen ist - die Zeit lässt sich variabel einstellen - lösen sie Alarm aus. Dabei ist der Eye-Tracker nur etwa halb so groß wie eine Streichholzschachtel und hinter der Sonnenblende und im Armaturenbrett kaum zu erkennen.

In der Medizin kann das Gerät bei Augenoperationen außerdem Augenbewegungen des Patienten registrieren. In Computerspielen können sich Spieler damit selbst umsehen und müssen nicht per Joystick die Blickrichtung ändern. Markt- und Werbeforscher könnten ermitteln, an welcher Stelle eines Plakates oder Werbespots der Blick länger verweilt.

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