Wettbewerb für berufstätige Rheumapatienten

Kandidaten für RheumaPreis 2021 gesucht

Die Initiative RheumaPreis sucht auch dieses Jahr Menschen, die trotz einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung weiter erfolgreich im Job stehen.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Rheumatische Beschwerden? Nicht alle Arbeitgeber lassen sich darauf ein, hier ihre Mitarbeiter gezielt zu unterstützen, um sie trotz ihrer Beeinträchtigung langfristig im Job zu halten.

Rheumatische Beschwerden? Nicht alle Arbeitgeber lassen sich darauf ein, hier ihre Mitarbeiter gezielt zu unterstützen, um sie trotz ihrer Beeinträchtigung langfristig im Job zu halten.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Berlin. Bereits seit 2009 zeichnet die Initiative RheumaPreis Arbeitnehmer aus, die trotz ihres rheumatischen Leidens weiter in ihrem Job verweilen können. Auch dieses Jahr werden wieder Kandidaten gesucht.

2021 steht die Auszeichnung unter dem Motto „Beruflich gemeinsam in Verantwortung“ – denn neben dem Arbeitnehmer, dem die rheumatische Erkrankung oft einiges abverlangt, sind auch die Arbeitgeber gefordert, für ein rheumagerechtes Arbeitsumfeld und ein offenes, kollegiales und tolerantes Betriebsklima zu sorgen, so die Initiative. Arbeitgeber und/oder Arbeitnehmer, denen das besonders gut gelungen ist, können sich bis zum 30. Juni 2021 um den RheumaPreis bewerben.

Lebensqualität und Selbstwertgefühl

Einer sinnvollen Arbeit nachzugehen und beruflich Anerkennung zu finden, sei für die meisten Menschen ein wesentlicher Aspekt ihrer Lebensqualität, heißt es. Umgekehrt könne das Selbstwertgefühl stark darunter leiden, wenn über längere Zeit eine Arbeitslosigkeit bestehe.

„Umso dramatischer ist es, dass es mit der Diagnose einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung häufig zu einem Bruch in der Erwerbsbiografie kommt“, verdeutlicht Professor Matthias Schneider, Rheumatologe am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitinitiator des RheumaPreises.

Körperlich belastende Tätigkeiten seien oft nicht mehr im gleichen Umfang möglich und machten einen Wechsel innerhalb des Betriebs oder gar eine Umschulung notwendig: eine Herausforderung, der sich nicht jeder Betroffene – gerade auch zu Beginn der Erkrankung – gewachsen fühle. Jeder fünfte neu an Rheuma Erkrankte gebe deshalb innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose seine Berufstätigkeit ganz auf.

Perspektive aufzeigen

Dass es so weit nicht kommen müsse, zeigten die vielen Bewerbungen, die jedes Jahr bei der Initiative RheumaPreis eingingen. „Diese Beispiele sind wichtig, um den Betroffenen gerade in der Anfangszeit ihrer Erkrankung eine Perspektive aufzuzeigen“, postuliert Schneider.

Zwar seien der Verlauf der Erkrankung und mögliche Einschränkungen im Einzelfall nicht immer vorhersehbar – mit den heutigen Möglichkeiten der medikamentösen Therapie sei es für die meisten Betroffenen aber durchaus möglich, weiter berufstätig zu sein.

Einen wesentlichen Beitrag hierzu könne auch der Arbeitgeber leisten: „In manchen Berufen helfen schon leicht umsetzbare Maßnahmen wie ein ergonomisch angepasster Büroplatz, ein fester Autostellplatz oder variable Arbeitszeiten“, so Schneider – und die Bereitschaft, flexibel und verständnisvoll auf die Bedürfnisse des Mitarbeiters zu reagieren.

Vielen Betroffenen und ihren Arbeitgebern sei dabei nicht bewusst, dass sie Anspruch auf ein umfangreiches Hilfspaket hätten, das unter anderem Leistungen für technische Hilfsmittel oder Umschulungen beinhalte.

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