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Kommentar

Kaum Anreize für ein gesundes Leben

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Gesund zu leben lohnt sich - fürs Herz, fürs Gehirn, nicht aber für den Geldbeutel. Solange die Folgen eines ungesunden Lebensstils komplett von einer Solidargemeinschaft finanziert werden, wird sich daran auch kaum etwas ändern, da können noch so viele Studien belegen, wie gesund doch ein gesunder Lebenswandel ist. Überraschend an solchen Studien ist vor allem eines: Sie haben keine politischen Konsequenzen.

Dass die größten Kosten im Gesundheitssystem durch Krankheiten entstehen, die vermeidbar sind, bezweifelt kaum noch jemand. Es wäre daher Zeit, den Menschen mehr Verantwortung zu übertragen. Das gelänge am besten über ein vernünftiges Bonus-System. Dafür müsste man nur einmal jährlich die wichtigsten Risikofaktoren ärztlich überprüfen: schnell auf die Waage (BMI), auf das Ergometer (Fitness) und eine kleine Blutspende (Leberwerte, Nikotinabbauprodukte). Wer dabei günstig abschneidet, kann sich bis zur Hälfte oder ein Drittel der üblichen Kassenbeiträge sparen, die dann natürlich neu berechnet werden müssen. Das würde vermutlich mehr Anreize für einen gesunden Lebenswandel setzen als die paar Euro, die manche gesetzliche Kasse zurückzahlt, wenn jemand regelmäßig an Präventionsmaßnahmen teilnimmt.

Lesen Sie dazu auch: Das Herz freut sich über jeden gesund gelebten Tag

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Kommentare
Uwe Schneider 03.08.200912:35 Uhr

Selbstbeteiligung bei Selbstverschulden?!?

Der Vorschlag von Herrn Müller ist mir sehr sympathisch. Gezielte Selbstbeteiligung des Patienten bei Selbstverschulden ist allemal besser als eine pauschale Zurückdrängung der Solidarität und der Leistungen der GKV.

Ein wenig zögern lässt mich allerdings die Frage, inwieweit BMI oder allgemein der Lebenstil wirklich nur vom freien Willen des Betroffenen abhängen. Gibt es nicht gerade hinsichtlich des Übergewichts auch nicht unerhebliche genetische Einflüsse, deren Bedeutung wir erst so langsam erkennen? Dafür könnte der Patient nichts. Ist das Ernährungsverhalten nicht auch vielfach anerzogen? Können wir Kinder für ihre Eltern in Haftung nehmen?

Das alles sollen keine KO-Kriterien für das vorgeschlagene Selbstbeteiligungsmodell sein (und die Verweigerung von Prämien wäre nichts anderes als eine verdeckte Selbstbeteiligung). Aber man muss doch auch hier Augenmaß bewahren und mit Schuldzuweisungen zurückhaltend sein. Und man darf gerade was das Ernährungsverhalten angeht die Prävention nicht vernachlässigen und muss hier die Schulen stärker ins Boot holen, was ja glücklicherweise zunehmend auch geschieht.

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