Keime sollen Dengue-Fieber stoppen

MELBOURNE (eis). Aedes-Mücken, die mit Wolbachia-Bakterien infiziert sind, können keine Dengue-Viren mehr übertragen, haben australische Forscher belegt.

Veröffentlicht:

Durch Aussetzen infizierter Mücken ließe sich die Ausbreitung der Bakterien bei den Insekten begünstigen und damit die Übertragung der Dengue-Erreger blockieren, so die Forscher (Nature 2011, 476: 450). 50 bis 100 Millionen Menschen in den Tropen erkranken jedes Jahr an Dengue-Fieber. Impfschutz gegen die Krankheit gibt es nicht.

Dengue-Viren werden über Aedes-Mücken übertragen, vor allem durch Aedes aegypti. Die Mücken sind vor allem in Asien, Süd- und Mittelamerika, der Karibik und Afrika verbreitet, vereinzelt wurden Ansteckungen in Europa bekannt. Auch in Australien kommen sie vor.

Sind Mücken von einer bestimmten Wolbachia-Art befallen, werden sie gegen Dengue-Viren nahezu komplett resistent, berichten die Forscher. Wolbachia-Bakterien leben in den Zellen vieler Insekten, auch in manchen Moskitos. Aedes-aegypti-Weibchen im Labor gezielt mit einem bestimmten Wolbachia-Stamm, die Moskitos wurden immun.

In wenigen Monaten die natürliche Population verdrängt

Die Wolbachia-Bakterien werden von weiblichen Mücken an die Nachkommen weitergegeben. Ziel sei, die Zahl der weiblichen infizierten Nachkommen zu maximieren, heißt es in einem Kommentar in "Nature". Dadurch können sich die Bakterien schnell in einer Population ausbreiten.

Die Australier probierten das aus und entließen Anfang des Jahres an zwei Orten nahe der Stadt Cairns (Queensland) über mehrere Wochen jeweils insgesamt 150.000 Moskitos in die Freiheit, die Träger des speziellen Wolbachia-Stammes waren.

Den Angaben zufolge verdrängten diese Moskitos in wenigen Monaten nahezu die kompletten natürlichen Aedes-aegypti-Populationen in diesen Gegenden. Der Vorteil der Strategie liege darin, dass nicht die Moskitos als Überträger komplett ausgerottet, sondern durch resistente Exemplare ersetzt würden, betont Rasgon. So würden die ökologischen Folgen vermutlich minimiert.

Infizierte Moskitos wurden in dem Feldversuch auch mehrere Kilometer weiter entfernt gefunden. Das weist darauf hin, dass die Wolbachia-Infektion sich auch großräumig unter den Mücken ausbreiten könnte. Unklar ist allerings noch, wie weit sie sich tatsächlich ausbreiten würde, und ob die Resistenz gegen alle Typen von Dengue-Viren Bestand hat.

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?

Mykose der behaarten Kopfhaut

Tinea capitis: Von der Diagnose zur Therapie

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Lesetipps