Kein Problem mit null Bock im Bett

BOSTON (ars). Wenn man ein Problem nicht lösen kann, dann sollte man kein Problem daraus machen. In puncto Sex scheinen Frauen diese Weisheit zu beherzigen: Knapp die Hälfte kreuzte in einer Umfrage an, Probleme zu haben, aber nur etwa einem Zehntel machten sexuelle Probleme etwas aus.

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Über sexuelle Schwierigkeiten berichteten 44 Prozent der knapp 32 000 Teilnehmerinnen. Am meisten verbreitet waren Unlust, gefolgt von Erregungs- und Orgasmusstörungen. Dabei fiel eine Altersstufung auf: Nur 27 Prozent der jungen Frauen (18 bis 44 Jahre) berichteten über ein Manko, jedoch 45 Prozent der Frauen mittleren Alters (bis 64 Jahre) und 80 Prozent der älteren (Obstetrics & Gynecology 112, 2008, 970).

Nur 12 Prozent der Frauen allerdings kreuzten auf dem einen Fragebogen ein Problem an und zugleich auf dem anderen, dass ihnen sexuelle Schwierigkeiten Kummer bereiten. Auch hier gab es deutliche Altersunterschiede, mit einem Gipfel in den mittleren Jahren: Mit 15 Prozent am meisten litten Frauen zwischen 45 und 64, jüngere mit 11 Prozent wesentlich weniger, und am seltensten trübten sexuelle Probleme älteren die Laune, nämlich nur 9 Prozent. Studien in Europa hätten ähnliche Zahlen ergeben, berichten die Autoren. Damit sei die Häufigkeit eines sexuellen Leidensdrucks wesentlich geringer als in früheren Erhebungen.

Im Ehestand ist nach ihren Daten Unlust gepaart mit Kummer besonders verbreitet: Bei verheirateten Frauen kam diese Kombination doppelt so häufig vor wie bei Singles. Ebenfalls schwer haben es Frauen ohne Partner. Auch Frauen mit Depressionen macht Libidomangel plus Leid zweimal so oft zu schaffen wie nicht-depressiven. Weitere Erkrankungen, die sich negativ aufs Sexualleben auswirken, sind Schilddrüsenstörungen, Angst und Harninkontinenz. Bluthochdruck oder Diabetes dagegen hatten keinen Einfluss.

Über die Gründe, warum vor allem älteren Frauen sexuelle Probleme wenig Sorgen bereiten, spekulieren die Autoren: Andere gesundheitliche Störungen treten in den Vordergrund, oder in langjährigen Partnerschaften verschiebt sich der Fokus.

Zur Problembestimmung diente der Changes in Sexual Functioning Questionnaire mit 14 Abfragepunkten. Schuld, Frust oder Ärger wurden mit der Female Sexual Distress Scale über zwölf Punkte ermittelt. Beidesmal sollte auf Skalen die Häufigkeit angekreuzt werden.

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