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KOMMENTAR

Kein Urlaub mit toten Hühnern

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Es war nicht anders zu erwarten: Kaum werden die Gefahren durch eine neue Krankheit beschworen, tauchen auch schon die ersten Leute in Arztpraxen und Kliniken auf, die glauben, die neue Krankheit zu haben.

Und sofort wird in den Medien breit über die vermuteten Verdachtsfälle berichtet. Das war bei Sars schon so, das ist bei der Vogelgrippe offenbar nicht anders, aber umso absurder.

Bei Sars bestand tatsächlich die minimale Gefahr, daß infizierte Reisende die Krankheit nach Deutschland einschleppen - schließlich gab es in Südostasien einen Ausbruch und das Virus wurde von Mensch zu Mensch übertragen. Doch welcher Reisende verbringt quasi seinen Urlaub mit toten Hühnern? Genau das wäre aber nötig, um sich mit dem Vogelgrippe-Virus zu infizieren.

Ein Verdacht ist nur dann begründet, wenn etwa jemand beim Beseitigen der infizierten Vögel geholfen hat. Wer das nicht getan hat, hat mit größter Sicherheit auch keine Vogelgrippe. Dasselbe gilt, falls unter deutschem Geflügel die Krankheit ausbricht und noch mehr Patienten in die Praxen kommen, weil sie glauben, an der Vogelgrippe erkrankt zu sein.

Lesen Sie dazu auch: Grippe-Viren viel gefährlicher als H5N1-Virus

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