Keine Suchtgefahr bei geregelter Opioidtherapie

Die Suchtproblematik bei schnell wirksamem Fentanyl ist nach Aussage von Experten eine Rarität.

Veröffentlicht:

FRANKFURT AM MAIN (mar). Für Tumorschmerzpatienten mit Durchbruchschmerzen stehen mittlerweile mehrere schnell wirksame oral-transmukosale und nasale Fentanyl-Präparate als Bedarfsmedikation zur Verfügung.

Sie führen zu einer raschen Linderung dieser starken Schmerzexazerbationen, im Schnitt innerhalb von zehn Minuten.

Wie bei anderen Opioiden auch, wird immer wieder über Sicherheitsaspekte dieser Präparate - Stichwort psychische Abhängigkeit und Missbrauchspotenzial - diskutiert.

Wird eine Opioidtherapie jedoch lege artis angewandt, kommt es nicht zur Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit (Sucht), wie der Anästhesiologe Dr. Matthias Thöns von der Praxisklinik Witten beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main betont hat.

Suchtproblematik bislang Rarität bei Fentanyl

Zur Erinnerung: Bei chronischen Tumorschmerzen erfolgt die Opioid-Dauertherapie möglichst oral. Dabei werden Retardpräparate eingesetzt, die streng nach festem Zeitplan eingenommen werden. So werden stabile Plasmaspiegel aufrechterhalten, was die Entwicklung einer Sucht verhindert und für eine anhaltende Analgesie über 24 Stunden sorgt.

Die Suchtproblematik bei schnell wirksamem Fentanyl ist nach Angaben des Anästhesiologen bislang eine Rarität.

Sie lässt sich zudem vermeiden, wenn die Substanz kontrolliert angewandt wird: Sie wird lediglich als Bedarfsmedikation bei Durchbruchschmerzen von Tumorpatienten eingesetzt, bei denen eine ausreichende Linderung der chronischen Tumorschmerzen mit einer stabilen Opioidbasistherapie erzielt worden ist.

Um zu häufigen Gebrauch aufzudecken und Missbrauch vorzubeugen, sei eine regelmäßige Therapiekontrolle wichtig: So sollten Patienten darüber aufgeklärt werden, dass schnell wirksames Fentanyl maximal viermal am Tag angewandt werden sollte. Bei mehr als vier Durchbruchschmerzattacken am Tag sei primär eine Anpassung der Basismedikation erforderlich, erläuterte Thöns.

Mehr zum Thema

Ein Blick in den Versorgungsvertrag der AOK Sachsen-Anhalt

Rückenschmerzen: „Eine frühzeitige Intervention ist sehr wichtig“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg

Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kardiovaskuläres Risiko

Wann die Lipoprotein(a)-Messung wirklich sinnvoll ist

Lesetipps
Eine Ärztin erklärt einer Patientin mit ernstem Gesicht eine Sachlage.

© Siphosethu F/peopleimages.com - stock.adobe.com

Krebsprävention

HPV und seine Folgen: Mit diesen Antworten beruhigen Sie Patienten

Ein Mann

© Pawel Ziólkowski / stock.adobe.com

Neue Empfehlung

Zwei Biomarker werden bei Asthma zum Standard

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram