Schmerzen

Keine Suchtgefahr bei geregelter Opioidtherapie

Die Suchtproblematik bei schnell wirksamem Fentanyl ist nach Aussage von Experten eine Rarität.

Veröffentlicht: 21.03.2012, 14:14 Uhr

FRANKFURT AM MAIN (mar). Für Tumorschmerzpatienten mit Durchbruchschmerzen stehen mittlerweile mehrere schnell wirksame oral-transmukosale und nasale Fentanyl-Präparate als Bedarfsmedikation zur Verfügung.

Sie führen zu einer raschen Linderung dieser starken Schmerzexazerbationen, im Schnitt innerhalb von zehn Minuten.

Wie bei anderen Opioiden auch, wird immer wieder über Sicherheitsaspekte dieser Präparate - Stichwort psychische Abhängigkeit und Missbrauchspotenzial - diskutiert.

Wird eine Opioidtherapie jedoch lege artis angewandt, kommt es nicht zur Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit (Sucht), wie der Anästhesiologe Dr. Matthias Thöns von der Praxisklinik Witten beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main betont hat.

Suchtproblematik bislang Rarität bei Fentanyl

Zur Erinnerung: Bei chronischen Tumorschmerzen erfolgt die Opioid-Dauertherapie möglichst oral. Dabei werden Retardpräparate eingesetzt, die streng nach festem Zeitplan eingenommen werden. So werden stabile Plasmaspiegel aufrechterhalten, was die Entwicklung einer Sucht verhindert und für eine anhaltende Analgesie über 24 Stunden sorgt.

Die Suchtproblematik bei schnell wirksamem Fentanyl ist nach Angaben des Anästhesiologen bislang eine Rarität.

Sie lässt sich zudem vermeiden, wenn die Substanz kontrolliert angewandt wird: Sie wird lediglich als Bedarfsmedikation bei Durchbruchschmerzen von Tumorpatienten eingesetzt, bei denen eine ausreichende Linderung der chronischen Tumorschmerzen mit einer stabilen Opioidbasistherapie erzielt worden ist.

Um zu häufigen Gebrauch aufzudecken und Missbrauch vorzubeugen, sei eine regelmäßige Therapiekontrolle wichtig: So sollten Patienten darüber aufgeklärt werden, dass schnell wirksames Fentanyl maximal viermal am Tag angewandt werden sollte. Bei mehr als vier Durchbruchschmerzattacken am Tag sei primär eine Anpassung der Basismedikation erforderlich, erläuterte Thöns.

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