Multiple Sklerose

Kinder vertragen oft die volle Dosis Interferon beta

TORONTO (ner). Interferon beta-1b kann bei Kindern und Jugendlichen mit Multipler Sklerose (MS) mit relativ großer Arzneimittel-Sicherheit und oft in voller Dosis angewandt werden. Dabei sollte die Leberfunktion regelmäßig überprüft werden.

Veröffentlicht: 28.06.2006, 08:00 Uhr

Das berichten Professor Brenda Banwell von der Pediatric Multiple Sclerosis Clinic in Toronto in Kanada und ihr Team (Neurology 66, 2006, 472).

Die Kollegen hatten retrospektiv die medizinischen Akten von 43 MS-kranken Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 17 Jahren ausgewertet, um das Sicherheitsprofil von Interferon beta-1b (Betaferon®) zu bestimmen. Es seien keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen aufgetreten, so Banwell.

14 der 43 Patienten hatten im Untersuchungszeitraum von 34 Monaten nach Beginn der Therapie grippeartige Beschwerden. Diese machten jedoch keine Unterbrechung der Behandlung erforderlich. Reizungen an der Injektionsstelle traten bei neun Patienten auf. Bei fünf der acht höchstens 10 Jahre alten Kinder stiegen die Transaminasen-Werte auf mehr als das Zweifache des oberen Normwertes.

Bei drei von 30 Kindern und Jugendlichen über 10 Jahren, für die hier Daten vorlagen, war das ebenso der Fall. Wurde die Interferon-Dosis reduziert oder die Therapie kurz unterbrochen, sanken die Leberwerte wieder. Banwell und ihre Kollegen empfehlen Laborkontrollen einen Monat nach der ersten Injektion, mindestens einmal im ersten halben Jahr und danach regelmäßig.

Die Interferon-Therapie war oft in voller Dosis von acht Millionen Einheiten begonnen worden und konnte außer bei zwei Kindern auch bei niedriger Initialdosis stets auf die volle Dosis gesteigert werden. Mehr als die Hälfte der Patienten beendeten die Therapie vorzeitig. Dies war aber nur bei fünf Kindern auf eine mangelnde Wirksamkeit der Therapie zurückzuführen. Besonders bei Jugendlichen komme es häufig zu Compliance-Problemen.

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