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Kleine Rundherde in der Lunge - da reicht die jährliche Kontrolle

WIESBADEN (skh). Bei asymptomatischen Patienten ohne Tumorerkrankung wird nur etwa einer von 100 Lungenrundherden mit einem Durchmesser von höchstens 5 mm zu einem malignen Lungentumor. Wird ein solcher Herd zufällig per Computertomografie (CT) entdeckt, ist deshalb ein erneutes CT nach einem Jahr zur Verlaufskontrolle ausreichend.

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Bei etwa 90 Prozent der Patienten verschwinden die Lungenrundherde wieder oder wachsen nicht weiter. Darauf hat Privatdozent Martin Kohlhäufl aus Tübingen hingewiesen. Er stützt sich dabei auf die Ergebnisse einer italienischen Studie.

In dieser Studie wurden 1035 Raucher oder Ex-Raucher, mit mindestens 20 "pack years", die bis dahin keine Lungenkrebs-typischen Symptome hatten, per Niedrigdosis-CT untersucht. "pack years" bedeutet die Zahl der Zigaretten einer Packung, die pro Tag über längere Zeit geraucht werden, also bei 20 "pack years" zum Beispiel eine Packung pro Tag über 20 Jahre.

Nur drei Prozent der Rundherde waren gewachsen

In der Studie fanden sich bei 165 Patienten insgesamt 238 Lungenrundherde mit einem Durchmesser von höchstens 5 mm, wie Kohlhäufl beim Internisten-Update in Wiesbaden berichtete. Alle Studienteilnehmer wurden jährlich nachuntersucht.

Das Ergebnis der Studie nach einem Jahr: 190 Lungenrundherde, das sind 83 Prozent aller entdeckten Rundherde, hatten sich in diesem Zeitraum nicht verändert, 33 (14 Prozent) waren wieder verschwunden und lediglich 7 (drei Prozent) waren gewachsen. Die Bilanz nach vier Jahren: 90 Prozent aller bei der Erstuntersuchung oder bei Nachuntersuchungen entdeckten Lungenherde waren innerhalb eines Jahres unverändert oder verschwunden. In 3 der 238 bei der Erstuntersuchung entdeckten Herde (1,3 Prozent) fanden sich später maligne Zellen.

Nach diesen Daten seien also bei neu entdeckten Lungenherden dieser Größe jährliche CT-Kontrollen ausreichend, schließen die Forscher um Dr. Massimo Bellomi von der Universität Mailand aus den Daten ihrer Studie. Ist ein Lungenherd nach einem Jahr nicht größer geworden, so könne auf weitere Kontrollen sogar ganz verzichtet werden, so Kohlhäufl.

US-Empfehlungen führen zu erhöhter Strahlenexposition

In früheren Empfehlungen, zum Beispiel von der Society of Thoracic Radiology in den USA von 2001 wurde zu CT-Kontrollen nach drei, sechs, zwölf und 24 Monaten geraten. Die damit verbundene Strahlenexposition und psychische Belastung könne den Patienten größtenteils erspart werden, ergänzte Kohlhäufl. Es müsse jedoch betont werden, dass dies nur für asymptomatische Patienten, bei denen keine Tumorerkrankung bekannt ist, gelte.

Brit J Radiol 80, 2007, 708

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