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Gehirnveränderungen

Kleineres Hirn bei hohem Herz-Kreislauf-Risiko

Ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und der Griff zur Zigarette sind nicht nur Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System. Offenbar haben sie auch Einfluss auf die Hirnstruktur, wie eine Analyse jetzt ergeben hat. Welche Folgen das etwa für das Denkvermögen und andere Fähigkeiten hat, ist allerdings noch unklar.

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„Auffallend ist, dass auch bei diesen relativ gesunden Individuen Verbindungen zwischen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und der Gehirnstruktur nachweisbar sind“, schreiben die Forscher.

„Auffallend ist, dass auch bei diesen relativ gesunden Individuen Verbindungen zwischen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und der Gehirnstruktur nachweisbar sind“, schreiben die Forscher.

© psdesign1/Fotolia

EDINBURGH. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch mit Veränderungen im Gehirn verbunden. Das hat eine britische Studie mit Daten von 9722 Patienten ergeben (Eur Heart J 2019; online 11. März).

Je mehr Risikofaktoren ein Patient aufwies, desto deutlicher zeigten sich krankhafte Veränderungen bei der weißen und grauen Substanz und beim Gehirnvolumen, berichten Forscher um Dr. Simon Cox von der University of Edinburgh.

Die Wissenschaftler nutzten die Daten der „UK Biobank“, einer großen Langzeitstudie in Großbritannien mit Gesundheitsdaten von rund einer halben Million Menschen. Bei einem Teil der Teilnehmer wurden MRT-Aufnahmen vom Gehirn gemacht. Cox und Kollegen sortierten Teilnehmer mit einer diagnostizierten Gehirn- oder Nervenkrankheit aus.

Alle untersuchten Probanden gaben Auskunft über Faktoren wie Blut- und Pulsdruck, Diabetes, Cholesterinspiegel und Rauchen. Außerdem wurden der BMI und das Verhältnis von Bauch- und Hüftumfang gemessen.

Die Auffälligkeiten nicht gleich über das Gehirn verteilt

Diese Daten setzten die Forscher statistisch mit den erfassten Veränderungen im Gehirn in Beziehung. Dabei zeigte sich, dass die Auffälligkeiten nicht gleich über das Gehirn verteilt waren.

„Die betroffenen Bereiche waren hauptsächlich diejenigen, von denen bekannt ist, dass sie mit unseren komplexeren Denkfähigkeiten und denjenigen Bereichen zusammenhängen, in denen Veränderungen bei Demenz und bei der Alzheimer-Krankheit auftreten“, erklärt Cox. Keine deutlichen Veränderungen im Gehirn fanden die Wissenschaftler bei einem hohen Cholesterinspiegel.

Das Team verglich auch zwei Untergruppen – eine mit Menschen ohne Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, die andere mit Menschen mit der höchsten Anzahl solcher Faktoren.

„Wir fanden heraus, dass diejenigen mit dem höchsten Herz-Kreislauf-Risiko im Durchschnitt etwa 18 Milliliter oder fast drei Prozent weniger Volumen an grauer Substanz verglichen mit Menschen mit dem geringsten Risiko hatten“, so Cox. An der weißen Substanz fanden die Forscher sogar das Anderthalbfache an Schäden.

„Auffallend ist, dass auch bei diesen relativ gesunden Individuen Verbindungen zwischen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und der Gehirnstruktur nachweisbar sind“, schreiben die Forscher. Bei einer repräsentativen Gruppe könnten die Veränderungen noch größer sein.

Geringeres Gehirnvolumen macht noch nicht krank

Der nicht an der Analyse beteiligte Neurologe Professor Andreas Meisel von der Charité Universitätsmedizin Berlin gibt zu bedenken, dass ein geringeres Gehirnvolumen noch nicht krank mache. Er fände es spannend, auch genetische Faktoren in eine solche Untersuchung einzubeziehen.

Welche konkreten Auswirkungen die Abweichungen haben, wollen die britischen Wissenschaftler als nächstes untersuchen. Dann sollen die kognitiven Fähigkeiten getestet werden.

Professor Gabor Petzold vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn hält dies für einen wichtigen nächsten Schritt. Denn vieles aus der aktuellen Studie sei für ihn nicht überraschend gewesen.

„Interessant ist jedoch zu sehen, dass sich beispielsweise Bluthochdruck anders auf die Strukturen im Gehirn auswirkt als Diabetes oder das Rauchen“, so Petzold. Das große Plus der Studie ist für ihn die große Teilnehmerzahl, die sich in der statistischen Aussagekraft niederschlage. (dpa)

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