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Heidelberg

Kleinste Endoskope entfernen Speichelsteine

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HEIDELBERG. Die Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg bietet die minimal-invasive Entfernung von Steinen der Speicheldrüsen als Alternative zur Operation an.

Mit Hilfe eines millimeterdünnen Endoskops, das über die Drüsengänge im Mundraum bis in eine der großen Speicheldrüsen geschoben wird, können Steine entfernt, Verengungen der Ausführgänge aufgeweitet und somit der schmerzhafte Rückstau des Speichels aufgehoben werden. Die Speicheldrüse bleibt erhalten und funktionsfähig, teilt die Universitätsklinik Heidelberg mit.

Anders als bei der Operation besteht kein Risiko, dass Gesichtsnerven beschädigt werden. Die Behandlung wird bisher nur an wenigen Kliniken in Deutschland angeboten. Standardtherapie bei großen Steinen mit mehr als acht Millimeter Durchmesser oder zu engen Drüsengängen ist bisher oft die operative Entfernung der Speicheldrüse.

Einen trockenen Mund müssen die Patienten trotzdem nicht befürchten: Die verbliebenen fünf großen Drüsen unter der Zunge, am Unterkiefer und im Bereich der Ohren erzeugen ausreichend Speichel.

Allerdings besteht die Gefahr, dass bei der Operation ein Gesichtsnerv oder Nerven im Bereich des Zungenbodens verletzt werden. Die Folge, wenn auch sehr selten, können Lähmungen der Muskulatur bestimmter Gesichtsbereiche und ein beeinträchtigtes Geschmackempfinden sein.

"Abgesehen von den Nervenverletzungen können - wie bei jeder anderen Operation auch - in seltenen Fällen Infektionen auftreten oder Narben zurückbleiben", wird Professor Peter K. Plinkert, Ärztlicher Direktor der Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg, in der Mitteilung zitiert.

"Ziel sollte es daher immer sein, möglichst schonende Verfahren - wie eine Spiegelung - auszuwählen und die Speicheldrüse zu erhalten." Ein weiteres alternatives Verfahren zur Operation ist die Ultraschall-Stoßwellentherapie (Lithotrypsie). (eb)

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