Sportmedizin

Klettern in der Halle stärkt Muskeln und Psyche

DÜSSELDORF (jzi). Knapp 250 000 Bundesbürger kraxeln nach Schätzungen des Deutschen Alpenvereins in ihrer Freizeit an den Wänden von über 300 Kletterhallen hinauf. Etwa 40 Prozent von ihnen sind Frauen. Sie tun dabei nicht nur ihren Muskeln etwas Gutes, sondern auch ihrer Psyche.

Veröffentlicht: 22.09.2006, 08:00 Uhr

Denn beim Klettern kommt es auf Mut, Willenskraft und Ausdauer an, so Sportwissenschaftler Dr. Peter Wastl von der Universität Düsseldorf. Und es vermittelt einen konstruktiven Umgang mit Angst. "Man lernt, Ängste wahrzunehmen und sie gegebenenfalls zu überwinden", sagte Wastl zur "Ärzte Zeitung". Dadurch werde Selbstbewußtsein aufgebaut, man lerne seine persönlichen Grenzen kennen.

Verletzungen wie Bänderrisse sind, wie Wastl betont, bei Hobby-Kletterern selten, "das Verletzungsrisiko ist geringer als beim Tennis oder Fußball". In der Halle wird die Verletzungsgefahr noch weiter minimiert, weil die Routen markiert und der Schwierigkeitsgrad besser den individuellen Möglichkeiten angepaßt werden kann. Zudem muß der Kletterer auch nicht zum Beispiel mit dem Wind kämpfen.

Für weniger Geübte gibt es das "Top-Rope"-Klettern. Hierbei wird das Seil so an den Gipfel des Kletterfelsens gehängt, daß beide Seil-Enden bis zum Boden herabbaumeln. In das eine Seil-Ende knotet sich der Kletternde, in das andere der Sicherer hinein. Mit dieser Technik können Stürzende noch schneller und weicher abgefedert werden als bei anderen Methoden.

Einschränkungen durchs Alter gibt es nicht: Wer eine Leiter hoch klettern kann, ist im Prinzip auch imstande, eine Steilwand zu erklimmen. Indoor-Climbing ist nach Wastls Ansicht gerade für Kinder und Jugendliche geeignet, "weil es das Lebensgefühl junger Menschen anspricht und ihrer Suche nach Erlebnis, Abenteuer, Risiko und selbst bestimmtem Handeln entgegen kommt".

Ausführliche Informationen rund ums Klettern erhalten Sie unter www.alpenverein.de.



STICHWORT

Ausrüstung

Für das Indoor-Climbing reicht für den Anfang eine Einsteiger-Ausrüstung. Dazu gehört ein Gurt (ab 45 Euro), wobei es wichtig ist, auf das CE- oder UIAA-Gütesiegel zu achten. Unverzichtbar sind weiterhin Kletterschuhe (ab 60 Euro), Halbmastwurf-Karabiner (etwa 10 Euro) und - sofern erlaubt - ein "Chalk-bag": In dieser Tasche wird das Magnesium zum Trocknen feuchter Hände transportiert, sie kostet ungefähr 15 Euro.

Anfänger sollten einen Einsteigerkurs von mindestens zwei Stunden besuchen. Die Kosten betragen 25 bis 40 Euro, die Ausrüstung wird meist gestellt. Die Eintrittspreise zum Trainieren in den Kletterhallen schwanken um die 10 Euro bei Erwachsenen, Kinder zahlen meistens die Hälfte.

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