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KOMMENTAR

Kollegen gehen mit Antibiotika richtig um

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

An die Verordnung von Antibiotika gehen deutsche Hausärzte mit Augenmaß. Das hat jetzt eine europäische Studie ergeben. Nur Skandinavier und Belgier sind beim Antibiotika-Verschreiben noch restriktiver. Sich beim Verordnen zurückzuhalten ist nur eine Maßnahme, Antibiotika-Resistenzen einzudämmen.

Die positiven Effekte des Verhaltens deutscher Ärzte sind klar: Im Vergleich zu vielen anderen EU-Ländern ist die Resistenz-Situation bei uns relativ günstig. In Spanien und anderen Mittelmeerländern hingegen sind über 40 Prozent der Pneumokokken gegen Penicillin, Makrolide oder Cephalosporine resistent.

Resistenzen sind bekanntlich die Folge von übermäßigem und auch einseitigem Einsatz von Antibiotika. In einigen Ländern kommt hinzu, dass Antibiotika frei verkäuflich sind. Deutsche Ärzte tun also gut daran, auch weiterhin bei der Verordnung dieser Wirkstoffe die Indikation streng zu stellen. Hinzu kommt, die Patienten energisch auf die Notwendigkeit hinzuweisen, die Mittel konsequent und bis zu Ende einzunehmen. Ein vorzeitiger Therapieabbruch fördert die Resistenzbildung. Das ist jedem Arzt bekannt, vielen Patienten aber nicht.

Ganz oben auf der Liste von Maßnahme gegen Antibiotika-Resistenzen stehen aber Impfungen. Denn wer nicht oder nur leicht durch Bakterien erkrankt, benötigt keine Antibiotika. Impfstoffe sind etwa gegen Pneumokokken und Meningokokken verfügbar.

Lesen Sie dazu auch: Deutsche Ärzte achtsam mit Antibiotika

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