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Deutsche Ärzte achtsam mit Antibiotika

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STOCKHOLM (grue). Die Verordnung von Antibiotika ist in den einzelnen Ländern Europas unterschiedlich. So verschreiben etwa ungarische Hausärzte diese Medikamente gegen Atemwegsinfektionen viel öfter als Kollegen in Skandinavien oder Deutschland. Und Briten wählen meist Amoxicillin, die Niederländer bevorzugen Doxycyclin, die Italiener Fluorchinolone.

Ob Patienten mit Atemwegsinfekten Antibiotika nehmen oder nicht - auf den Verlauf hat das meist keinen Einfluss.

Ob Patienten mit Atemwegsinfekten Antibiotika nehmen oder nicht - auf den Verlauf hat das meist keinen Einfluss.

© Foto: dpa

Solche Unterschiede bei der Verordnung von Antibiotika untersucht das Netzwerk GRACE×, das von der EU mit 11,5 Millionen Euro finanziert wird. "Weil es für den Gebrauch von Antibiotika keine Leitlinien gibt, verfahren die Ärzte unterschiedlich", so der GRACE-Koordinator Professor Herman Goossens aus Antwerpen. "Da es bei hohem Antibiotikaverbrauch leichter zu Resistenzen kommt, soll die jetzt vorgelegte Bestandsaufnahme die heiklen Punkte deutlich machen", sagte er beim Pneumologen-Kongress in Stockholm. Insgesamt beteiligen sich mehr als 600 Hausärzte aus zwölf Ländern an dem Projekt. Sie meldeten in der Wintersaison 2006 / 2007 insgesamt 3402 Patienten mit akuter Bronchitis, leichtem Fieber und dem Leitsymptom Husten. Mehr als 70 Prozent hatten zudem typische Beschwerden wie Auswurf, Rhinitis, Unwohlsein und gestörten Schlaf.

53 Prozent der Patienten bekamen Antibiotika verordnet, wobei die Ärzte aus England, Polen, Italien, Ungarn und der Slowakei am häufigsten zum Rezeptblock griffen. Skandinavische und belgische Ärzte verhielten sich eher restriktiv; deutsche Ärzte lagen im Mittelfeld.

Das am häufigsten verordnete Antibiotikum war Amoxicillin (29 Prozent), gefolgt von Amoxicillin plus Clavulansäure (15 Prozent). Die Einnahme von Antibiotika hatte keinen signifikanten Einfluss auf das Befinden vier Tage nach der Erstvorstellung, berichtete Professor Christopher Butler aus Cardiff. Allerdings seien Ärzte, die viel Antibiotika verordnen, meist ganz anderer Ansicht. "Sie sagten, dass ihre Patienten mit Antibiotika schneller gesund werden, was sich in der Beobachtungsstudie aber nicht bestätigt hat", so Butler.

×GRACE: Genomics to Combat Resistance against Antibiotics in Community-aquired Lower Respiratory Tract Infections in Europe

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