Ebola-Krisensitzung

Kontrollzentrum in Guinea beschlossen

Mehr Aufklärung, mehr Personal, mehr Forschung: Die afrikanischen Gesundheitsminister und Experten haben auf ihrer Ebola-Krisensitzung eine länderübergreifende Strategie und ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen. Als Koordinationsstelle wird nun ein WHO-Kontrollzentrum in Guinea eingerichtet.

Veröffentlicht: 04.07.2014, 11:34 Uhr

ACCRA. Die Behörden in Westafrika wollen die schwere Ebola-Epidemie in der Region mit einer länderübergreifenden Strategie und einem umfassenden Maßnahmenpaket so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen.

Darauf einigten sich zahlreiche afrikanische Gesundheitsminister und Experten am Donnerstagabend nach einer zweitägigen Krisensitzung in Ghana.

"Es ist Zeit für konkrete Aktionen, um das Leiden und die Todesfälle, die Ebola verursacht, zu einem Ende zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden", sagte der Afrikadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Luis Gomes Sambo.

Zunächst werde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein "subregionales Kontrollzentrum" in Guinea eröffnen, das als Koordinationsplattform im Kampf gegen die Krankheit dienen soll und mit allen wichtigen Partnern zusammenarbeitet, hieß es in einer Mitteilung.

Zudem sollen ab sofort Politiker, angesehene Gemeindemitglieder und religiöse Anführer in Aufklärungskampagnen eingebunden werden.

Beerdigungen sind ein Problem

Viele Menschen in Westafrika sind verunsichert, weil sie die Erkrankung nicht kennen. Häufig werden Patienten deshalb vor dem Zugriff der Ärzte versteckt.

Zudem werden weiterhin Beerdigungen durchgeführt, bei denen die Toten noch einmal gewaschen oder umarmt werden. Ebola wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, so dass derartige Zeremonien ein großes Risiko darstellen. Experten sehen Aufklärung als eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.

Auch die Entsendung von weiterem qualifizierten Personal, der Austausch mit Ländern, die in der Vergangenheit Ebola-Ausbrüche verzeichnet hatten, die aktive Suche nach Erkrankten sowie ihren Kontaktpersonen und die Bereitstellung von mehr Geld seitens der Regierungen sind Teil der Strategie.

Zudem müsse die Forschung vorangetrieben werden, hieß es. Bisher gibt es für Ebola weder eine Impfung noch ein Medikament.

Das Virus war im März in Guinea erstmals aufgetreten. Kurze Zeit später wurden auch in Liberia und Sierra Leone erste Fälle registriert. Bis heute sind über 460 Menschen gestorben. Es ist der bisher weltweit schwerste bekannte Ausbruch der Krankheit. (dpa)

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