Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsvorsorge bleibt nötig auch nach HPV-Impfung

GENF (sh). Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) ermöglicht die Prävention von Krebsvorstufen etwa des Zervixkarzinoms. Aber auch geimpfte Frauen sollen noch regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen, da die Vakzinen nicht vor allen krebsauslösenden HPV-Viren schützen.

Veröffentlicht:

Die gute Wirksamkeit der bivalenten und der tetravalenten HPV-Vakzine ist in kontrollierten Studien nachgewiesen. Präkanzeröse Läsionen können durch die Impfung weitgehend verhindert werden. Dr. Ian Frazer, Präsident des australischen Cancer Councils, wies beim Welt-Krebs-Kongress in Genf jedoch auf zwei wichtige Punkte hin. Zum einen erfasst die Impfung nicht alle krebsauslösenden HPV-Typen. Und: Die Impfung wirkt nur prophylaktisch, also bei Menschen, die noch nicht mit den entsprechenden HPV-Typen infiziert sind.

Dauer des Impfschutzes ist noch unklar

Offen ist derzeit auch, wie lange der Impfschutz anhält. Fünf Jahre nach der Impfung ist der Antikörper-Titer jedoch noch zehnmal höher als bei einer natürlichen Infektion, deshalb könne man von einer lang anhaltenden Wirkung ausgehen, so Frazer.

Die Impfung sei gut verträglich, betonte Frazer. Häufigkeit und Art der unerwünschten Wirkungen lagen in den Studien im Bereich der Placebo-Gruppe. Auch bei Schwangeren traten in den Studien in der Verum- und Placebo-Gruppe unerwünschte Wirkungen mit 3,6 Prozent und kongenitale Abnormalitäten gleich häufig auf. Die Impfung Schwangerer wird jedoch nicht empfohlen. Frazer riet, die Frauen trotz Impfung weiterhin regelmäßig auf Zervix-Dysplasien zu untersuchen, weil die Vakzinen nicht gegen alle krebsauslösenden HPV-Typen wirken.

Impfen vor der Infektion wichtig

Dr. Mark Schiffmann vom US- amerikanischen National Cancer Institute betonte beim Genfer Kongress, dass die HPV-Impfung noch vor der Infektion, also bei jungen Frauen vorgenommen werden müsse. Beide derzeit verfügbaren Impfstoffe sieht er als ähnlich gut an. Vor allem mit Blick auf die angestrebte Durchimpfung auch in ärmeren Ländern müssten die Impfstoffe jedoch wesentlich kostengünstiger sein.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Chance auf frühe Diagnose?

Pankreaskrebs: Welche Verschreibungen Verdacht wecken sollten

Prophylaxe, Diagnostik und Therapie

Pilzinfektionen in der Hämatologie/Onkologie: So gehen Sie vor

Lesetipps
Ärztin untersucht Schilddrüse

© Peakstock - stock.adobe.com

Systematische Ursachensuche

Therapierefraktäre Hypothyreose: Was steckt dahinter?