Direkt zum Inhaltsbereich

Kyphoplastie lindert hartnäckige Frakturschmerzen

Für Patienten mit Wirbelkörperfraktur, die trotz konservativer Therapie weiter Schmerzen haben, ist die Kyphoplastie eine aussichtsreiche Option.

Veröffentlicht:
Kyphoplastie: Ein Ballonkatheter wird in den Wirbelkörper gebracht und aufgeblasen; der Hohlraum wird mit Zement gefüllt.

Kyphoplastie: Ein Ballonkatheter wird in den Wirbelkörper gebracht und aufgeblasen; der Hohlraum wird mit Zement gefüllt.

© Kyphon

LIMBURG (ikr). Die operative Wirbelkörperaugmentation ist eine wirksame Methode bei akuten osteoporotischen Wirbelfrakturen: Nach Ergebnissen von Studien ist direkt postoperativ bei 80 Prozent der vertebroplastierten Patienten eine deutliche Schmerzlinderung zu beobachten.

Die Ballonkyphoplastie hat jedoch Vorteile gegenüber der klassischen Vertebroplastie. Bei der Kyphoplastie wird zähflüssiger Zement verwendet, der unter niedrigem Druck eingebracht werden kann. Das führt zu einer deutlich verminderten Zementaustrittsrate, berichtet Privatdozent Joachim Hillmeier vom St. Vincenz-Krankenhaus in Limburg (Der Orthopäde 2010; 7: 665). Außerdem sei mit der Kyphoplastie eine bessere Höhenwiederherstellung der frakturierten Wirbelkörper möglich. Für interessant hält der Limburger Chirurg darüber hinaus die deutlich verminderte Emboliegefahr nach Kyphoplastie von 0,01 Prozent im Vergleich zu zwei Prozent.

Mit der Kyphoplastie gelingt es, bei frischen schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen diese wieder aufzurichten und gleichzeitig die Architektur des Wirbelkörpers zu stabilisieren. Weltweit sind bereits mehr als 600 000 Kyphoplastien vorgenommen worden. Außer Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen können mit der Methode auch Patienten mit komplexeren traumatischen Wirbelkörperfrakturen selbst mit Hinterkantenbeteiligung oder mit osteolytischen Metastasen wenig traumatisierend behandelt werden, so Hillmeier. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Kyphoplastien betreffen schmerzhafte Fragilitätsfrakturen bei Osteoporose - meist einfache Kompressionsfrakturen.

Vor einem solchen Eingriff ist jedoch eine genaue klinische und radiologische Evaluation erforderlich. Hillmeier: "Bei osteoporotischen Frakturen führen wir routinemäßig eine Magnetresonanztomografie (MRT) durch, um degenerative Veränderungen und frische Frakturen, erkennbar am Knochenödem, abgrenzen zu können". Vor der Entscheidung zur Kyphoplastie sollte außerdem eine mehrtägige adäquate konservative Schmerz- und Physiotherapie erfolgen, rät der Experte. Nach der aktuellen DVO-Leitlinie zu Osteoporose wird sogar eine mindestens dreiwöchige konservative Therapie gefordert, bevor eine operative Wirbelkörperaugmentation vorgenommen werden sollte.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rasche Mobilisation entscheidend

Fraktur im Alter: An Delir und Osteoporose denken!

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Gegen Über- und Unterversorgung

„Klug entscheiden“-Empfehlung zu Vorhofflimmern: Das steht drin

Lesetipps
Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose

Seltene Erkrankungen haben ihren Namen nicht umsonst. Zählt man sie jedoch alle zusammen, so sind es etwa 8.000 Erkrankungen mit rund 4 Millionen Betroffenen in Deutschland.

© Orawan / stock.adobe.com

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen