Langwirksames Triptan beugt Recurrence vor

BERLIN (gvg). Migränepatienten mit häufigen Wiederkehrkopfschmerzen (Recurrence) und langen Attacken profitieren besonders von einer Therapie mit einem langwirkenden Triptan wie Frovatriptan. Den idealen Zeitpunkt für die Einnahme bei Attacken kann man anhand eines Scores bestimmen.

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Professor Hartmut Göbel, Leiter der Schmerzklinik in Kiel, hob auf einer Veranstaltung von Berlin Chemie die lange Halbwertszeit von Frovatriptan (Allegro®) hervor. Sie liegt mit 26 Stunden wesentlich höher als die aller anderen Triptane. Deshalb komme es auch bei langen Migräne-Attacken nicht zu einem "Wirksamkeitsloch". Wiederkehrkopfschmerz könnten mit diesem Triptan deswegen wirkungsvoller verhindert werden als mit anderen Triptanen, so Göbel in Berlin.

Die Substanz sei außerdem besonders geeignet für empfindliche Patienten, die gerade in Allgemeinarztpraxen und bei hausärztlichen Internisten eine sehr große Gruppe bildeten, sagte Göbel. Grund ist die gute Verträglichkeit. Die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen liegt bei der empfohlenen Dosis von 2,5 mg und bei der doppelten Dosis (5 mg) im Placebobereich.

Unabhängig vom gewählten Triptan empfiehlt Göbel einen frühen Beginn der Therapie. "Triptane hemmen die Freisetzung von Neuropeptiden, die eine schmerzhafte Entzündung der Blutgefäße verursachen", so Göbel. Durch eine frühe Einnahme sei hier eine gewisse Vorbeugung möglich.

Um den idealen Zeitpunkt abzupassen, empfiehlt Göbel seinen Patienten die Bestimmung der Triptanschwelle. Das geht mit einem Score, in den unter anderem die Schmerzintensität, der Schmerzort, der Schmerzcharakter, außerdem Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit eingehen. Wird auf der Skala ein Punktwert von mindestens 5 erreicht, sollte das verordnete Triptan eingenommen werden.

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