Mamma-Karzinom

Lapatinib bremst Tumorwachstum bei Mamma-Ca

ATLANTA (nsi). Der neue Tyrosinkinase-Hemmer Lapatinib bremst in Kombination mit Capecitabin das Tumorwachstum bei Frauen mit Her2-positivem metastasiertem Mammakarzinom überraschend deutlich. Eine Phase-III-Studie mit 392 Frauen wurde deshalb vorzeitig abgebrochen.

Veröffentlicht: 08.06.2006, 08:00 Uhr

Bei der Kombinationstherapie betrug die Zeit bis zur Progression 8,5 Monate im Vergleich zu 4,5 Monaten bei den Frauen in der Kontrollgruppe. Außerdem entwickelten sich bei Frauen, die Lapatinib erhielten, seltener Hirnmetastasen. "Lapatinib plus Capecitabin ist ein wirksames, neues Therapieregime für Frauen mit Her2-positivem Mammakarzinom", sagte Professor Charles Geyer aus Pittsburgh auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Atlanta in den USA.

Lapatinib wird vom Unternehmen GlaxoSmithKline entwickelt und soll als Tycerb® auf den Markt kommen. Es gehört zu den so genannten Small Molecules und blockiert die Wachstumsfaktor-Rezeptoren ErbB1 und ErbB2, auch Her2 genannt. Lapatinib ist der erste duale ErbB1/ ErbB2-Blocker und hemmt die Rezeptoren von der Innenseite der Zelle, wohingegen Trastuzumab sich von außen an den Rezeptor bindet. "Es ist möglich, daß die neuartige Wirkungsweise von Lapatinib und die Tatsache, daß die Substanz zwei Rezeptoren blockiert, Ursache dafür ist, daß auch Frauen, die stark mit Trastuzumab vorbehandelt worden sind, noch von Lapatinib profitieren", sagte Geyer.

392 Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom sind in die Studie aufgenommen worden, die Daten von 321 Frauen sind in die Zwischenauswertung eingegangen. Alle Frauen hatten zuvor Trastuzumab erhalten. Lapatinib, das oral eingenommen wird, wurde in der Studie in Kombination mit Capecitabin bis zur Progression der Krankheit oder dem Erreichen inakzeptabler Toxizität gegeben.

Anschließend wurden die Frauen nachbeobachtet. Nur bei vier Frauen aus der Lapatinib-Gruppe breitete sich im Beobachtungszeitraum der Tumor auch im Gehirn aus - im Gegensatz zu elf Frauen aus dem Kontrollarm. Der Unterschied war signifikant.

"Bei Frauen mit Her2-positivem Mammakarzinom, die mit Trastuzumab behandelt werden, scheint die Inzidenz von Hirnmetastasen auf 30 bis 40 Prozent erhöht zu sein", so Professor Eric P. Winer aus Boston. Her2-positive Tumore hätten möglicherweise ein anderes Metastasierungsverhalten oder die Lebensverlängerung durch Trastuzumab bewirke, daß die Metastasen klinisch manifest würden. Anders als Lapatinib überwindet Trastuzumab nicht die Blut-Hirnschranke.

Mehr zum Thema

Phase-II-Studie

CPI verbessert neoadjuvante Therapie bei Brustkrebs

Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Exklusiv Nikotinsucht

Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden