Direkt zum Inhaltsbereich

Lapatinib bremst Tumorwachstum bei Mamma-Ca

ATLANTA (nsi). Der neue Tyrosinkinase-Hemmer Lapatinib bremst in Kombination mit Capecitabin das Tumorwachstum bei Frauen mit Her2-positivem metastasiertem Mammakarzinom überraschend deutlich. Eine Phase-III-Studie mit 392 Frauen wurde deshalb vorzeitig abgebrochen.

Veröffentlicht:

Bei der Kombinationstherapie betrug die Zeit bis zur Progression 8,5 Monate im Vergleich zu 4,5 Monaten bei den Frauen in der Kontrollgruppe. Außerdem entwickelten sich bei Frauen, die Lapatinib erhielten, seltener Hirnmetastasen. "Lapatinib plus Capecitabin ist ein wirksames, neues Therapieregime für Frauen mit Her2-positivem Mammakarzinom", sagte Professor Charles Geyer aus Pittsburgh auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Atlanta in den USA.

Lapatinib wird vom Unternehmen GlaxoSmithKline entwickelt und soll als Tycerb® auf den Markt kommen. Es gehört zu den so genannten Small Molecules und blockiert die Wachstumsfaktor-Rezeptoren ErbB1 und ErbB2, auch Her2 genannt. Lapatinib ist der erste duale ErbB1/ ErbB2-Blocker und hemmt die Rezeptoren von der Innenseite der Zelle, wohingegen Trastuzumab sich von außen an den Rezeptor bindet. "Es ist möglich, daß die neuartige Wirkungsweise von Lapatinib und die Tatsache, daß die Substanz zwei Rezeptoren blockiert, Ursache dafür ist, daß auch Frauen, die stark mit Trastuzumab vorbehandelt worden sind, noch von Lapatinib profitieren", sagte Geyer.

392 Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom sind in die Studie aufgenommen worden, die Daten von 321 Frauen sind in die Zwischenauswertung eingegangen. Alle Frauen hatten zuvor Trastuzumab erhalten. Lapatinib, das oral eingenommen wird, wurde in der Studie in Kombination mit Capecitabin bis zur Progression der Krankheit oder dem Erreichen inakzeptabler Toxizität gegeben.

Anschließend wurden die Frauen nachbeobachtet. Nur bei vier Frauen aus der Lapatinib-Gruppe breitete sich im Beobachtungszeitraum der Tumor auch im Gehirn aus - im Gegensatz zu elf Frauen aus dem Kontrollarm. Der Unterschied war signifikant.

"Bei Frauen mit Her2-positivem Mammakarzinom, die mit Trastuzumab behandelt werden, scheint die Inzidenz von Hirnmetastasen auf 30 bis 40 Prozent erhöht zu sein", so Professor Eric P. Winer aus Boston. Her2-positive Tumore hätten möglicherweise ein anderes Metastasierungsverhalten oder die Lebensverlängerung durch Trastuzumab bewirke, daß die Metastasen klinisch manifest würden. Anders als Lapatinib überwindet Trastuzumab nicht die Blut-Hirnschranke.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hormonrezeptor-positive Karzinome

Studie: Geringere Brustkrebssterblichkeit mit Statin-Therapie

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wird oft übersehen

Wie sich Migräne bei älteren Menschen zeigt

Daten aus Deutschland

Übertherapie mit Schilddrüsenhormon L-Thyroxin hält an

Lesetipps
Cannabis-Blatt

© yellowj / stock.adobe.com

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?