Direkt zum Inhaltsbereich

Phase-III-Studie

Leber-Ca: SIRT macht Leben erträglicher

Die elektive interne Radiotherapie (SIRT) steigert die Lebensqualität von Patienten mit inoperablen Leberkrebs.

Veröffentlicht:

AMSTERDAM. Für die Therapie von Patienten mit inoperablem hepatozellulärem Karzinom (HCC) ist die selektive interne Radiotherapie (SIRT) mit Sir-Spheres® Y-90 Harz-Mikrosphären verfügbar. Die kleinen radioaktiven Harzkügelchen werden minimal invasiv über die Leberarterie, über die sich der Tumor mit Blut versorgt, verabreicht. Mit dem Blutfluss gelangen die radioaktiven Kügelchen in die kleinen Blutgefäße um den Lebertumor und geben dort eine Strahlendosis, die 40-mal höher ist als bei einer herkömmlichen Strahlentherapie, gezielt an den Tumor ab. Das umliegende gesunde Gewebe wird dabei geschont.

In der Phase-III-Studie SARAH wurde die Wirksamkeit von SIRT mit der derzeitigen Standardtherapie Sorafenib bei fortgeschrittenem HCC verglichen. An der Studie nahmen Patienten mit lokal fortgeschrittenem HCC sowie Patienten mit inoperablem HCC teilt, die auf zwei Zyklen transarterieller Chemoembolisation (TACE) nicht angesprochen hatten. Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben (OS), sekundäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben (PFS), Tumorprogression und -ansprechen sowie Verträglichkeit und Lebensqualität.

Für das Gesamtüberleben und die systemische Tumorprogression, einen sekundären Endpunkt, zeigten die Studiendaten keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Therapieoptionen, erklärte Professor Valérie Vilgrain, Radiologin an der Universität Paris Diderot, bei einer vom Unternehmen Sirtex Medical Europe unterstützten Veranstaltung. Das mediane OS lag in der Intention-to-treat-Population bei 8,0 Monaten unter SIRT versus 9,9 Monaten unter Sorafenib. In der Per-Protocol-Population lag das mediane OS unter beiden Therapieoptionen bei 9,9 Monaten.

Deutliche Unterschiede gab es jedoch bei den sekundären Endpunkten Tumoransprechen, lokale Tumorprogression innerhalb der Leber, Verträglichkeit und Lebensqualität. So zeigten sich unter SIRT weniger kumulative Ereignisse von Tumorprogression innerhalb der Leber und signifikant bessere lokale Tumoransprechraten (19 Prozent vs. 11,6 Prozent unter Sorafenib). Unter SIRT berichteten weniger Patienten von mit der Behandlung verbundenen Nebenwirkungen wie Fatigue, Infektionen sowie dermatologischen und gastrointestinalen Nebenwirkungen(76,5 Prozent vs. 94,0 Prozent unter Sorafenib). Auch die Lebensqualität der Patienten, ermittelt anhand des QLQ-C30-Fragebogens, war unter SIRT deutlich besser. (ak)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Lesetipps
Nahaufnahme eines Patient, der den Gesundheitsbereich der ChatGPT-App verwendet.

© Azulblue / stock.adobe.com

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Ein Arzt arbeitet mit einer KI-Anwendung.

© Deemerwha studio / stock.adobe.com

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern