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Lepra - Zahl der Patienten höher als angenommen

WÜRZBURG (dpa). Die weltweite Zahl der Leprakranken ist nach Expertenansicht viel höher als offiziell angenommen. "Wir schätzen, daß jährlich rund 800 000 Menschen an Lepra erkranken", sagte Jürgen Hammelehle, Geschäftsführer der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) aus Anlaß des gestrigen Weltlepratags. Die Behörden registrierten dagegen etwa 500 000 Erkrankungen pro Jahr.

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Oft würden neue Erkrankungen gar nicht erst entdeckt, sagte Hammelehle. "Viele Kranke wissen zum Beispiel nicht, daß sie Lepra haben." Das liege auch an der langen Inkubationszeit der Krankheit, die mehrere Jahrzehnte betragen kann.

Ein weiterer Grund: "Manche Opfer trauen sich nicht, eine Gesundheitsstation aufzusuchen, weil sie nicht als Aussätzige gelten wollen."

Eine Ausrottung der Krankheit sei nicht in Sicht, betonte der DAHW-Geschäftsführer. "Wir müssen davon ausgehen, daß auch in den nächsten Jahrzehnten Millionen Menschen Opfer der Lepra werden." Zwar befinde sich Lepra seit einigen Jahren wegen besserer Heilungschancen vielerorts auf dem Rückzug. Entwarnung gebe es aber nicht.

Die sinkende Zahl neuer Erkrankungen begründe sich nämlich auch in der nachlassenden Suche nach Kranken. Am größten ist die Zahl der registrierten Leprakranken mit 260 000 in Indien. Es folgen Brasilien mit 49 000 und der afrikanische Kontinent mit 46 000 registrierten Patienten.

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