Direkt zum Inhaltsbereich

Leptospirose - seltene, meldepflichtige Zoonose

SAN DIEGO (skh). Bei Abenteuer- und Tropenreisenden wurden in den vergangenen Jahren vermehrt Leptospiren-Infektionen beobachtet. Doch auch in Deutschland hat die Infektionsrate zugenommen. Vor allem Wassersportler sind gefährdet.

Veröffentlicht:

Patienten, die nach Tropenreisen plötzlich hohes Fieber bekommen, müssen nicht unbedingt eine Malaria haben. Manchmal kann auch eine Leptospirose dahinterstecken. In einem Artikel der Zeitschrift "Current Infectious Disease Reports" wird etwa über einen Leptospirose-Ausbruch unter 87 Teilnehmern einer Gruppenreise in den malaysischen Dschungel berichtet. Die meisten dieser Patienten hatten dort einen Wassersportwettkampf ausgetragen.

Eine Infektion kann aber auch in Deutschland erfolgen. Eines Berichts des Robert-Koch-Instituts zufolge hat die Inzidenz in Deutschland um 50 Prozent von etwa 32 Erkrankten 1997 auf 46 Erkrankte 2002 zugenommen. Davon hat sich wahrscheinlich nur jeder sechste im Ausland infiziert. Zwischen 1997 und 2000 starben zehn von 126 Leptospirose-Patienten. Besonders viele Erkrankungen wurden in Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Dort ist die Inzidenz doppelt so hoch wie in den restlichen Bundesländern. Dies sei auf den dortigen Seenreichtum und die dadurch ausgedehnten Wassersportmöglichkeiten zurückzuführen. Außerdem sollen über die Fischfangindustrie größere Wirtspopulationen norwegischer Ratten nach Mecklenburg-Vorpommern gelangt sein. Insgesamt ist die Inzidenz der Leptospirose jedoch weiterhin niedrig.

Die auch in Deutschland meldepflichtige Leptospirose, wird durch Kontakt mit Blut, Urin oder Gewebe infizierter Ratten und Mäuse meist über verunreinigtes Süßwasser übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Erreger ist das gramnegative, bewegliche Bakterium Leptospira interrogans. Bei Kanalarbeitern ist Leptospirose als Berufskrankheit anerkannt.

Eine Leptospirose verläuft häufig asymptomatisch oder grippeähnlich. Die Symptomentrias von Konjunktivitis, Wadenschmerz und Splenomegalie kann, muß aber nicht vorhanden sein. Schwere hämorrhagische Verläufe mit Ikterus und Nierenversagen (Morbus Weil) kommen vor. Als Antibiotika zur Therapie werden Ceftriaxone oder Doxycyclin empfohlen.

Mehr zum Thema

Impflücken

So lassen sich Impfquoten steigern

Immunseneszenz

Einnahme von Spermidin wohl mit verbesserter Impfantwort verbunden

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jurist im Interview

Es droht ein Strafverfahren? Mit diesen Tipps sind Ärztinnen und Ärzte gerüstet

Lesetipps
Das Wort oder die Wortgruppe „Betablocker“ im Wörterbuch.

© sharafmaksumov / stock.adobe.com

REBOOT-Studie

Betablocker nach Herzinfarkt oft überflüssig

Ein Mann inhaliert

© Angelov / Stock.adobe.com

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie

Ein älterer Mann bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV