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Aus strategischen Gründen

Leukämie-Arznei vom Markt genommen

NEU-ISENBURG (brs). Die Sanofi-Tochter Genzyme hat die Vermarktung von Alemtuzumab eingestellt. Dennoch wird das Arzneimittel für Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL), bei denen die Therapie mit dem monoklonalen Antikörper alternativlos ist, kostenlos weiter verfügbar sein. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) nennt die Marktrücknahme "absolut inakzeptabel".

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Der Wirkstoff Alemtuzumab (Handelsname MabCampath®) wird derzeit auch gegen Multiple Sklerose entwickelt. Vor kurzem wurden die Zulassungsanträge für diese Indikation in den USA und in der EU gestellt.

Man wolle sich ganz auf diese Entwicklung fokussieren, haben die beiden Unternehmen Ärzten und Apothekern mitgeteilt. Das entzürnt die DGHO.

DGHO sieht Patienten gegeneinander ausgespielt

Das Medikament werde aus kommerziellen Gründen vom Markt genommen. "Die DGHO verurteilt den Ansatz einer profitorientierten Zulassungsstrategie, in der Leukämie-Patienten gegen Patienten mit Multipler Sklerose ausgespielt werden", heißt es in der Stellungnahme.

Wer nach dem tieferen Grund für die Markteinstellung sucht, findet in dem Schreiben von Sanofi und Genzyme an die Healthcare Professionals den Hinweis: "Die Marktrücknahme von MabCampath soll sicherstellen, dass die Anwendung von Alemtuzumab bei Patienten mit MS ausschließlich innerhalb der laufenden klinischen Studien erfolgt".

Offenbar geht es also nicht darum, CLL-Patienten den Wirkstoff vorzuenthalten, sondern darum, dass die MS-Patienten, solange Alemtuzumab in dieser Indikation noch nicht zugelassen ist, den Antikörper ausschließlich in kontrollierten Studien erhalten.

Die Fachgesellschaft beklagt, das Medikament müsse nun aus dem Ausland importiert werden, was mit großen bürokratischen Hürden verbunden sei. Der Import mache die deutschen Patienten abhängig von der Verfügbarkeit des Medikaments in Großbritannien oder den USA.

Auch bei Sanofi ist man sich eines "etwas höheren bürokratischen Aufwands" bewusst. Ärzten, für deren Patienten die Behandlung mit dem Arzneimittel zwingend erforderlich ist, wird dazu ein Infoservice angeboten.

Erste Erfahrungen bestätigten aber einen reibungslosen Zugang der CLL-Patienten zu Alemtuzumab über spezifische Programme, und dieser sei kostenfrei, sagte eine Sanofi-Sprecherin der "Ärzte Zeitung".

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