Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Versorgungsangebote

Long-COVID: Niedersachsen richtet zwei Modell-Institutsambulanzen ein

In Niedersachsen gibt es bald neue Anlaufstellen für Long-COVID-Erkrankte. AOK, vdek und alle anderen GKV-Verbände zahlen die spezielle Versorgung in den beiden Ambulanzen.

Veröffentlicht:

Hannover. Die Unimedizin Göttingen (UMG) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) werden ab sofort neue Anlaufstellen für Long-COVID-Erkrankte einrichten. Diese Modell-Institutsambulanzen sollen zunächst für ein Jahr am Zentrum für seltene Erkrankungen der MHH und an der zentralen Notaufnahme der UMG arbeiten.

Kooperationspartner sind die AOK und der vdek des Landes sowie alle anderen GKV-Verbände. Sie zahlen die spezielle Versorgung der Long-COVID-Patienten in den beiden Ambulanzen. Den Patienten soll schnell, strukturiert und interdisziplinär geholfen werden, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Niedersächsischen Gesundheits- und Sozialministeriums.

Lesen sie auch

In der MHH zum Beispiel sind die Versorgungsangebote derzeit auf mehrere Abteilungen verteilt, sagte MHH Sprecherin Inka Burow der Ärzte Zeitung. Zukünftig sollen auch alle Anfragen und Überweisungen über die neue Sammel-Ambulanz laufen.

Ziel der Initiative sei es, den Betroffenen eine möglichst zeitnahe, strukturierte und interdisziplinäre Behandlung zu ermöglichen, wenn der Bedarf über die haus- und fachärztliche Versorgung hinausgeht“ so die Initiatoren. Vor allem Patienten mit anhaltender Arbeits- beziehungsweise Schulunfähigkeit oder schwerwiegender chronischer Erschöpfung soll das Angebot helfen.

Einjährige Modellphase geplant

„Im Anschluss an die einjährige Modellphase werden die Erfahrungen und Bedarfe gesichtet und eine eventuelle Verstetigung der Angebote geprüft“, so die Initiatoren.

Der Bedarf ist zweifellos vorhanden. Das Long-COVID Infoportal der MHH geht bei der Zahl von Long-COVID-Betroffenen von etwa einem Prozent aller COVID-Erkrankten aus, „was angesichts der hohen Erkrankungszahlen (…) sehr viele Patienten sind“, so die MHH.

Nach Angaben der AOK Niedersachsen hatten von Januar 2021 bis Dezember 2023 knapp 15.000 Versicherte der AOK Niedersachsen mindestens eine Krankschreibung wegen Long-/Post-COVID, so Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, zur Ärzte Zeitung.

„Das sind knapp zwei Prozent der infizierten krankengeldberechtigten Mitglieder der AOKN. Von den knapp 15.000 Versicherten mit Krankschreibung sind wiederum rund. vier Prozent (aktuell knapp 500 Personen) anhaltend arbeitsunfähig und damit schwer betroffen. Hinzu kommen Kinder und Nicht-Erwerbstätige, für die keine Krankschreibungen übermittelt werden.“ (cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr.med. Franz H. Müsch 22.05.202413:42 Uhr

Wenn bei den ("so called Long") -Covid-Patienten die Berufsanamnese Hinweise auf das Vorliegen einer Berufkrankheit (hier: "Infektionskrankheiten....Gesundheitsdienst...Wohlfahrtpflege...Laboratorium..."/ BK-Nr 31 01 Anlage 1 BKV .) ergibt, würde per ärztlicher BK-Anzeige die Kostenverlagerung zu den sog. Berufsgenossenschaften und "Unfall"kassen ermöglicht.
Zur Beteilung eines "Zentrums für seltene Erkrankungen" sei der Hinweis erlaubt, daß es sich bei vielen der N = 82 BK-Entitäten der Anlage 1 BKV auch um "Seltene Erkrankungen" handelt...

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Robert Koch-Institut

Erster Nachweis von Sindbis-Fieber in Deutschland

Lesetipps
Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Viele Gespräche, sich viel Zeit nehmen – das setzt eine Suizidassistenz voraus.

© Lumos sp / stock.adobe.com

Begleitetes Sterben

Suizidassistenz gewinnt Bedeutung in deutschen Hausarztpraxen