Makrophagen mit überraschenden Fähigkeiten

MANNHEIM (eb). Es gibt Makrophagen, die über eine flexible Immunerkennung verfügen. Diese Eigenschaft wurde bisher nur dem adaptiven Immunsystem zugeschrieben.

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Das hat jetzt eine internationale Gruppe um Wissenschaftler aus Mannheim und Göttingen herausgefunden, rund 130 Jahre, nachdem der Nobelpreisträger Ilja Iljitsch Metschnikow die Makrophagen entdeckt hat.

Da sie an fast allen chronischen Entzündungen beteiligt sind, könnten sich bislang unverstandene Erkrankungen bald besser erklären lassen.

So hat die Gruppe bereits nachgewiesen, dass die neu entdeckten Makrophagen für die Immunabwehr der Tuberkulose bedeutsam sind.

Das gilt eventuell auch für Atherosklerose, rheumatische und neurodegenerative Erkrankungen sowie Krebs-assoziierte Entzündungen.

Ähnliche Mechanismen wie bei Lymphozyten

Bislang war man überzeugt, dass die angeborene Immunantwort im Gegensatz zur erworbenen nur unselektiv auf Reize reagiert und über kein immunologisches Gedächtnis verfügt.

Der aktuellen Arbeit zufolge besitzen die Makrophagen aber schon dieselben spezifischen Mechanismen der Immunerkennung wie die in der Evolution später entstandenen Lymphozyten des adaptiven Immunsystems.

Die neue Makrophagenpopulation bildet wohl eine Brücke zwischen den beiden Immunsystemen (PLoS Pathogens 2011; 7 (11): e1002375).

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