Direkt zum Inhaltsbereich

Malariaprophylaxe auch in hoch gelegenen Regionen nötig

Auf dem Mount Kenya und anderen tropischen Bergen steigen die Temperaturen und das Malariarisiko.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht:

Galt in früheren Jahren die Regel, dass Malaria-Infektionen in Gebieten über 1800 m Höhe über dem Meeresspiegel kaum vorkommen, ist aufgrund neuer Studienergebnisse und Ausbruchsmeldungen ein Umdenken erforderlich. Eine britische Forschungsgruppe fand am Mount Kenya einen siebenfachen Anstieg der Malaria-Erkrankungszahlen im vergangenen Jahrzehnt und erklärt diese Beobachtung mit einem Anstieg der Durchschnittstemperaturen um 2 °C seit 1990 (Promed-Meldung vom 7. Jan. 2010). Ein Anstieg der Jahresdurchschnittstemperaturen begünstigt offenbar die Vermehrung der Anopheles-Mücken als Vektoren der Malaria-Plasmodien.

Auch in Uganda wird eine Temperaturerhöhung von 1,2 °C im Jahresdurchschnitt innerhalb der letzten 20 Jahre für das erstmalige Auftreten einer Malaria-Epidemie in der hoch gelegenen Region Kabale im Südwesten des Landes verantwortlich gemacht. Mit einer Zunahme des Malariarisikos muss ebenfalls am Fuße des Kilimandscharo in Tansania und in tiefer gelegenen Regionen des Himalajas gerechnet werden.

Als weitere Faktoren, die zu einer Zunahme von Malaria und zur Ausbreitung der Erkrankungen in bisher nicht oder weniger stark betroffenen Gegenden in verschiedenen Regionen weltweit führen, gelten die verstärkte Mobilität der einheimischen Bevölkerung, zunehmende Resistenzen der Malaria-Erreger gegen die eingesetzten Malaria-Medikamente sowie Veränderungen der Landnutzung zum Beispiel mit neuen Bewässerungssystemen.

Ärzte, die Reisende zur Malaria-Prophylaxe beraten, müssen daher die weitere Ausbreitung der Tropenkrankheit sorgfältig im Auge behalten. Bei der Verordnung eines für das Reiseziel geeigneten Malaria-Mittels zur Chemoprophylaxe oder zu einer Stand-by-Medikation muss die aktuelle Situation berücksichtigt werden.

Informationen zur Reisemedizin im Internet unter www.crm.de

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie Teamgeist eine Mannschaft beflügelt

Lesetipps
Eine bleibende Diskussion: Betablocker nach Herzinfarkt.

© Jakub Krechowicz / Stock.adobe.com

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Nahaufnahme der rechten Wange eines Patienten mit Acne vulgaris.

© soupstock / stock.adobe.com

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist