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Internet-Forum

Masernschutz für Austauschschüler in die USA

Ein Kollege fragt im Internet:

Veröffentlicht:

Frage: Der 15-jährige Patient möchte ein Highschool-Jahr in den USA verbringen. Dort wird eine Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung nach dem 10. Lebensjahr gefordert. Da er bereits 1995 und 2002 die MMR-Kombi-Impfung hatte, habe ich zunächst eine Titer-Kontrolle veranlasst. Ergebnis: Röteln-AK 1:64, Masernvirus IgG 1400 mIU/l und Mumpsvirus EIA negativ. Laut Aussage meines Apothekers gibt es keinen Mumps-Mono-Impfstoff mehr. Kann ich den jungen Mann gegen MMR impfen oder ist aufgrund der vorhandenen hohen Titer mit einer starken Reaktion zu rechnen?

Unser Leser Dr. Berthold Bruckhoff: Da es sich bei dem MMR-Impfstoff um eine Lebendvakzine handelt, sind Hyperimmunisierungen nicht möglich. Bei vorhandenem Antiköper-Spiegel werden die Impfviren abgefangen und eliminiert. Aus diesem Grund kann eine Impfung mit dem MMR-Kombi-Impfstoff durchgeführt werden.

Die STIKO schreibt dazu: Es gibt in der Fachliteratur keine Hinweise auf vermehrte unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach mehrmaligen Masern-, Mumps oder Röteln-Impfungen.(Epi Bull 30, 2008, 238)

Das bestätigt auch Dr. Irmingard Tichmann-Schumann: Ich habe genau diesen Fall vor ein paar Wochen in unserer Praxis gehabt. Die Impfung wurde sehr gut vertragen. Es gab keine Impfreaktion.

Frage: Ein Patient hat einen Hepatitis-B-Impstoff selbst eisgekühlt für eine Auffrischimpfung in die Praxis mitgebracht. Die serologische Kon-trolle der Impfung ergab keinen Ti-teranstieg. Könnte die Wirkung des Impfstoffs durch die Kühlung mit Eis über etwa 30 Minuten beeinträchtigt worden sein?

Dr. Berthold Bruckhoff: Generell sollte bedacht werden, dass die Immunogenität der Hepatits-B-Vakzinen geringer ist als bei anderen Impfstoffen und Nonresponder deutlich häufiger auftreten. Die Lagerung von adjuvierten Impfstoffen unterhalb der Temperatur von 2°C verändern das Adjuvans. Beim Einfrieren können entsprechende Mikrorisse den Inhalt unsteril werden lassen. Daraus kann zum einen eine Verschlechterung der Immunogenität, zum anderen eine deutliche Erhöhung der Reaktogenität (Lokalreaktionen) resultieren. Ob der in diesem Fall aber beobachtete Nonresponse auf die Unterkühlung zurückzuführen ist, ist zwar denkbar, andere Gründe (wie genetische Prädisposition, Impftechnik) aber eher wahrscheinlich.Haben auch Sie Fragen zum Impfen? Die Experten unserer kostenlosen "Hotline Impfen" helfen weiter.

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