Direkt zum Inhaltsbereich

Medizin-Nobelpreis für Vater der IvF

STOCKHOLM (ple). Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geht in diesem Jahr an den britischen Reproduktionsmediziner Dr. Robert G. Edwards aus Cambridge für die Entwicklung der künstlichen Befruchtung.

Veröffentlicht:
Embryoentwicklung in der Kulturschale nach IvF.

Embryoentwicklung in der Kulturschale nach IvF.

© http://en.wikipedia.org

Die Entwicklung der In-vitro-Fertilisation (IvF) sei ein Paradigmen-Wechsel in der Behandlung von Frauen mit Fertilitätsstörungen, so das Nobelpreis-Komittee in seiner Begründung. Edwards bereits in den 50-er Jahren begonnene Forschungen zur IvF gipfelten in der ersten erfolgreichen künstlichen Befruchtung, die zur Geburt von Louise Brown per Kaiserschnitt führte. Vor drei Jahren feierte sie bereits ihren 25. Geburtstag. Bei der Methode werden Oozyten in der Kulturschale befruchtet und der sich entwickelnde Embryo im Acht-Zell-Stadium in die Gebärmutter übertragen.

Etwa vier Millionen Menschen sind seit 1978 nach einer künstlichen Befruchtung geboren worden. Für das Nobelpreis-Komittee ist die Forschungsleistung von Edwards ein Meilenstein in der Entwicklung der modernen Medizin. Es wird geschätzt, dass weltweit etwa zehn Prozent aller Paare unfruchtbar sind.

Inzwischen ist die IvF zu einem Routineverfahren geworden, das darüber hinaus verfeinert wurde. So ist es bereits möglich, in der Kulturschale einzelne Spermien zur Befruchtung in Einzellen zu injizieren. Das Verfahren wird als intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) bezeichnet und hat die Therapie bei Männern mit Infertilität verbessert. Eine Weiterentwicklung der IVF-Methode ist unter anderen die Identifizierung reifer Oozyten, die sich für die künstliche Befruchtung eignen, per Ultraschall.

Der beste Beweis, dass sich die künstliche Befruchtung zu einem sicheren reproduktionsmedizinischen Verfahren entwickelt hat, sei die Tatsache, dass inzwischen außer Louise Brown viele andere durch IvF gezeugte Frauen nach natürlicher Empfängnis selbst wieder Kinder zur Welt gebracht haben, wie das Komittee mitteilt.

Der Medizin-Nobelpreis ist mit umgerechnet etwa einer Million Euro (10 Millionen Schwedische Kronen) dotiert und wird traditionell am 10. Dezember überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Forscher brauchten Jahrzehnte, bis die erste erfolgreiche künstliche Befruchtung gelang

Lesen Sie dazu auch: Vatikan kritisiert Medizin-Nobelpreis

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kommentar: Nobelpreis für IvF ist wohlverdient

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Daten aus Deutschland

Übertherapie mit Schilddrüsenhormon L-Thyroxin hält an

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Porträts: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

© Portraits: [M] Feldkamp; Luster | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Die Schilddrüse tickt in jedem Lebensalter anders

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Porträt: Dr. Jörg Sandmann | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

© Porträt: Dr. Jörg Sandmann | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Der hypogonadale Patient in der Hausarztpraxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?