Mehr EU-Aktivität gegen Hepatitis B und C gefordert

BRÜSSEL (taf). Die EU-Parlamentarier müssen dem Kampf gegen Hepatitis B und C in der europäischen Gesundheitspolitik Priorität einräumen, forderte Jean-Michel Pawlotsky von der Europäischen Vereinigung für Leberstudien (EASL) bei der zentralen Veranstaltung zum 4. Welt-Hepatitis-Tag in Brüssel.

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Da die virale Hepatitis ohne Behandlung zu Leberzirrhose und Leberkrebs führt, komme der Früherkennung eine erhebliche Bedeutung zu. Daher solle die Bereitschaft zu Tests auf Virushepatitis deutlich erhöht und die Forschung stärker durch die EU gefördert werden, so Pawlotsky.

In ganz Europa wird allein die Zahl der mit dem Hepatitis-C-Virus-Infizierten nach aktuellen Erhebungen mit 7,5 Millionen angegeben. Dies sind etwa 1,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Dunkelziffer ist wohl dreimal so hoch. "Für die EU bedeutet das geschätzte 3,5 Millionen HCV-Infizierte", so Dr. Nikolai Mühlberger aus Hall in Österreich.

Das "Eurasian Harm Reduction Network (EHRN)" legte in Brüssel einen aktuellen Bericht über Hepatitis C in Europa vor. Danach liegen die Therapiekosten aufgrund nicht oder zu spät erkannter Infektionen bei 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Sorge bereitet den Experten der Anstieg von HCV-Infektionen durch verunreinigte Nadeln von Drogenabhängigen vor allem in den Staaten Ost- und Mitteleuropas. Aber auch in Frankreich und Deutschland gelten 80 bis 90 Prozent dieser Drogenabhängigen als Hepatitis-gefährdet oder erkrankt.

Mehr Infos zum Bericht der EHRN unter : www.ceehrn.org/hepatitis/

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