Mehr Mykosen bei Leukämie, aber bessere Prognose

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MANNHEIM (arn). Die Inzidenz invasiver Pilzinfektionen bei zytostatisch behandelten Leukämie- und Lymphompatienten ist seit 1995 gestiegen. Doch konnte die Sterberate der Infizierten deutlich gesenkt werden.

Hinweise für diese Entwicklung - wahrscheinlich aufgrund der Verbesserung der Diagnostik - gibt es aus einer Studie des Uniklinikums Bonn, die Dr. Corinna Hahn-Ast aus Bonn auf der Dreiländer-Krebstagung in Mannheim vorstellte. Dafür wurden die Daten von fast 600 Patienten und knapp 1700 Chemotherapiezyklen zwischen 1995 und 2006 ausgewertet. Um Änderungen in Diagnostik und Therapie zu erfassen, wurden zwei Kohorten - zwischen 1995 und 2001 und von 2002 bis 2006 behandelte Patienten - verglichen.

Invasive Pilzinfektionen wurden bei 8,8 Prozent der 1693 Zyklen beobachtet, davon wurden 2,5 Prozentpunkte als "gesichert" bewertet, 1,9 Prozent als "wahrscheinlich" und 4,4 Prozent als "möglich", wie Hahn-Ast berichtete. Infektionsinzidenz und Sterberate unterschieden sich jeweils in den beiden ausgewerteten Zeiträumen deutlich: Die Inzidenz stieg signifikant von 7,1 Prozent zwischen 1995 und 2001 auf 10,9 Prozent ab 2002. Dagegen halbierte sich die Sterberate von zunächst etwa 57 auf knapp 29 Prozent. Entsprechend verbesserte sich der Parameter "Gesamt-Überleben" von median nur 54 Tagen vor 2002 auf 229 Tage im zweiten Zeitraum.

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