Biomarker-Studie

Mesotheliom-Früherkennung wird möglich

Forscher rücken die Mesotheliom-spezifischen Biomarker Calretinin und Mesothelin in den Fokus.

Veröffentlicht:

BOCHUM. Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben im Blut von Patienten mit malignem Mesotheliom Biomarker identifiziert, die es ermöglichen, die Erkrankung bis zu ein Jahr vor der klinischen Diagnose zu erkennen (Scientific Reports 2018, online 25. September).

Die Behandlungsoptionen besserten sich dadurch deutlich, teilt die RUB zur Veröffentlichung der Studie mit.

Die Wissenschaftler führten für ihre Studie eine kombinierte Blutanalyse für die Mesotheliom-spezifischen Biomarker Calretinin und Mesothelin durch. Die Kombination beider Marker ergab eine Sensitivität von 46 und eine Spezifität von 98 Prozent.

Studie mit 2800 Teilnehmern

„Erstmalig haben wir ein Verfahren zur Früherkennung von Mesotheliomen geprüft, bei dem die Patienten nicht durch invasive Eingriffe oder Strahlung belastet werden“, so Georg Johnen in der Mitteilung.

Johnen ist Leiter des Kompetenzzentrums Molekulare Medizin am Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der RUB (IPA) und auch Leiter der Studie.

Erzielt wurden die Ergebnisse in der vom IPA gemeinsam mit verschiedenen Unfallversicherungsträgern durchgeführten Studie „Molekulare Marker zur Krebsfrüherkennung“, kurz Momar, teilt die RUB mit.

Teilgenommen an Momar haben fast 2800 versicherte Personen mit einer Asbest-Staublungenerkrankung oder einer durch Asbest verursachten Pleura-Erkrankung. Zehn Jahre lang wurde ihr Blut regelmäßig auf mögliche frühe Hinweise auf ein Mesotheliom untersucht.

„Hiermit konnten wir eine große Anzahl von Proben aus dem Vorfeld der Erkrankung sammeln, was es so bisher noch nicht gegeben hat“, wird Johnen zitiert.

Asbest ist Ursache für viele Berufskrankheiten

Professor Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, unterstreicht in der Mitteilung der RUB die große Bedeutung der Ergebnisse für die Betroffenen: „Damit werden zukünftig versicherte Personen, die durch die nachgehende Vorsorge betreut werden und die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Mesothelioms zeigen, nun auch die Chance auf eine frühzeitigere Behandlung haben.“

Die nachgehende Vorsorge ist ein Angebot der gesetzlichen Unfallversicherung. Hier werden asbestexponierte Beschäftigte in regelmäßigen Zeitabständen intensiv beraten, untersucht und persönlich betreut.

Das maligne Mesotheliom ist ein Krebs, der unter anderem das Rippen- und Lungenfell sowie das Bauchfell befällt. Ausgelöst wird es durch das Einatmen von Asbestpartikeln.

Obwohl es vor mehr als 25 Jahren in Deutschland verboten wurde, Asbest zu verwenden oder in Umlauf zu bringen, sind die Zahlen Asbest verursachter Berufskrankheiten weiter hoch, erinnert die RUB.

Die Ursache hierfür liegt in der langen Latenzzeit zwischen der Exposition gegenüber Asbest und dem Ausbruch der Krebserkrankungen. Mehr als die Hälfte der Todesfälle aufgrund von Berufskrankheiten gehen laut Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung auf Asbest zurück. (mal)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Analyse aus sechs onkologischen Zentren

Palliativversorgung von krebskranken Kindern erfolgt in Bayern sehr spät

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Lesetipps
3D-Illustration einer Lunge mit Tumor.

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Deutschland

Sterblichkeit wegen Krebs in nahezu allen Altersgruppen rückläufig

Ein kleiner Piks muss sein - doch die Schmerzbelastung lässt sich reduzieren! Wichtig ist es die Familie mit einzubeziehen.

© APHP-COCHIN-VOISIN / PHANIE / Science Photo Library

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Ein Arzt klebt einem älteren Herrn ein Pflaster auf den Arm, wo der Mann geimpft wurde.

© anon / stock.adobe.com

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise