Direkt zum Inhaltsbereich

Metaanalyse bestätigt: Lipidsenkung nützt!

BERLIN (grue). Je niedriger, desto besser - für die lipidsenkende Therapie hat sich diese Annahme jetzt in einer Metaanalyse bestätigt. Demnach senken Statine die Gesamtmortalität und das Schlaganfallrisiko, und zwar unabhängig vom Ausgangswert.

Veröffentlicht:

Jede Senkung des LDL-Cholesterins um ein Millimol pro Liter (40 mg/dl) vermindert das Risiko, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben, um 19 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für ein erstes schweres koronares Ereignis sinkt um 23 Prozent, für koronare Revaskularisation um 24 Prozent und für Schlaganfall um 17 Prozent.

"Es gibt eine lineare Beziehung zwischen Cholesterinsenkung und Risikoreduktion, die Patienten profitieren also umso mehr, je stärker der Cholesterinwert sinkt", sagte Professor Achim Weizel aus Mannheim bei der Jahrestagung der Adipositas-Gesellschaft in Berlin. Die Analyse der Cholesterol Treatment Trialists' Collaborators, einer Gruppe britischer und australischer Epidemiologen, ist kürzlich im "Lancet" (366, 2005, 1267) erschienen.

Die Wissenschaftler werteten 14 Statin-Studien mit mehr als 90 000 Teilnehmern aus. Demnach senken Statine in allen Risikogruppen das kardiovaskuläre Risiko, also auch bei alten Menschen und Diabetikern. Die Autoren fanden bei den mit Statinen behandelten Patienten kein erhöhtes Krebsrisiko. "Besonders bei Hochrisiko-Patienten sollte das LDL-Cholesterin deshalb stark gesenkt werden, am besten sind vermutlich Zielwerte um die 70 mg/dl", so Weizel.

Das lasse sich aber nur mit Statinen in hoher Dosierung oder durch Kombination von Statinen mit dem Cholesterinresorptionshemmer Ezetimib erreichen.

Niedrige Cholesterinwerte seien offenbar gesundheitlich unbedenklich, so Weizel. Schließlich hätten Neugeborene nur ein LDL von etwa 40 mg/dl, und auch bei vielen Naturvölkern seien die Blutfett-Spiegel sehr niedrig. Dennoch sei es nicht nötig, das LDL so stark zu senken, "ich denke eher, daß bei 60 mg/dl die Grenze des Machbaren erreicht ist und man dann über eine Anhebung des HDL-Cholesterins nachdenken sollte".

Das funktioniere wohl am besten über eine Hemmung des Cholesterinester-Transferproteins (CETP). Mit Torcetrapib ist ein erster Hemmer dieser Art in der klinischen Entwicklung.

Mehr zum Thema

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cannabis

Cannabinoide bei Schmerzen: Wann einsetzen, wie dosieren?

Porträt

Steve Roczen: Darum ist der MFA-Beruf für Männer interessant

Lesetipps
Ein gedeckter Tisch mit Gemüse

© san_ta / Stock.adobe.com

Metaanalyse

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung gut für Kinder?

Alle Diabetes-Patienten gegen  Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?