Universitätsmedizin Mainz

Mit Elektrochemotherapie Erfolg bei Hauttumoren

Bei fortgeschrittenen Hauttumoren ist an der Universitätsmedizin Mainz jetzt auch die Behandlung mit Elektrochemotherapie möglich.

Veröffentlicht:

MAINZ. Eine Möglichkeit zur lokalen Kontrolle inoperabler oder multipler Hauttumoren ist ja die Elektrochemotherapie (ECT). Sie wird jetzt auch an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz genutzt. Die Vorgehensweise beinhaltet die intravenöse oder intratumorale Injektion eines Chemotherapeutikums – meist Bleomycin oder Cisplatin – gefolgt von einem kurzen Stromimpuls von hoher Intensität, der die Zellmembran vorübergehend für die Arzneistoffe durchlässig macht.

Dadurch gelange die Substanz in bis zu 5000-facher Konzentration in die Tumorzelle, teilt die Universitätsmedizin Mainz mit. Eine lokal herbeigeführte Gefäßverengung führe anschließend dazu, dass das Zytostatikum länger in den Tumorzellen verbleibt und umfassender wirkt.

„Durch die Hydrophilie beider Substanzen – Bleomycin oder Cisplatin – kommt es zu Interaktionen mit der Tumor-DNA, die den Zelltod herbeiführen“, wird Dr. Hadrian Schepler von der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz zitiert. So lässt sich potenziell eine weitere Tumorausbreitung verhindern oder die Tumormasse verkleinern. Eingesetzt wird die ECT bei inoperablen Hauttumoren, metastasierendem malignem Melanom, metastasierendem Mamma-Ca oder bei multiplen Tumoren der Haut.

Der Eingriff geschieht meist in Vollnarkose oder unter lokaler Betäubung bei kleineren Befunden, heißt es in der Mitteilung. Die ECT sei eine Alternative zu anderen lokalen Verfahren wie der Radiotherapie oder der Op, sofern sich durch diese keine ausreichende Tumorkontrolle erzielen lässt. Darüber hinaus komme das Verfahren zum Einsatz, wenn eine vorbestrahlte Region nicht mehr anderweitig behandelbar sei oder eine die Lebensqualität stark beeinflussende Operationen nicht vertretbar sei.

„Da es sich um einen rein lokalen Eingriff handelt, bleiben ergänzende oder unterstützende systemische Therapiemaßnahmen davon unberührt“, so Schepler. Die Verkleinerung großer oder multilokaler Tumormassen unterstütze neuesten Studien zufolge sogar die Wirkung von Systemtherapien gegen Krebs. Auch lassen sich mit der ECT Tumorblutungen stoppen oder abmildern sowie offene, oft unangenehm riechende und schmierig belegte Tumore eingrenzen, berichtet die Universitätsmedizin Mainz.

Die Nebenwirkungen dieses Verfahrens beschränkten sich meist auf anschließende muskelkaterartige Beschwerden, Übelkeit nach der Gabe von Cisplatin oder einem leichten Brennen an den behandelten Stellen. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien nicht bekannt.

Insgesamt seien leichte Nebenwirkungen mit Rötungen und lokalen Schmerzen auch bei älteren, multimorbiden Patienten mit 3-4 Prozent als niedrig zu verzeichnen. Die Ergebnisse nach ECT seien vielversprechend, es seien Abheilungsraten von über 80 Prozent veröffentlicht. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ausgewählte Best-of-Abstracts

Melanome – ein Risikoscore für die Immuntherapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Acetylsalicylsäure in der Onkologie

ASS schützt Senioren langfristig wohl nicht vor Krebs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende