Ernährungsmedizin

Mit Hartkäse gegen Osteoporose

NEU-ISENBURG (pie). Eine knochengesunde Kost ist nicht nur wichtig für die Prophylaxe von Osteoporose, sondern auch für die Therapie. Entscheidend ist dabei eine ausgewogene Ernährung mit möglichst viel Kalzium- und Vitamin-D-reichen Nahrungsmitteln, aber wenig Kalziumräubern.

Veröffentlicht:
So viel Kalzium enthalten Nahrungsmittel
Nahrungsmittel
pro 100g
Kalzium-
gehalt (mg)
Milchprodukte
Vollmilch
111
Speiseeis
120
Entrahmte Milch
124
Joghurt
134
Hartkäse (etwa Emmentaler 45% Fett i. Tr.)
1000
Obst und Gemüse
Bohnen
65
Petersilie
100
Broccoli (gekocht)
130
Spinat (gekocht)
160
Feigen
190
Sojabohnen
200
Grünkohl (gekocht)
200
Rhabarber
300
Sonstige
Mineralwasser
2-60
Haselnüsse
225
Mandeln
250
Quelle: Pietsch,
Tabelle: ÄRZTE ZEITUNG

Sogenannte Kalziumräuber, die den Kalzium-Metabolismus ungünstig beeinflussen, sind zum Beispiel Koffein, Phosphat und Zucker. Aber auch zu viel Eiweiß, Fett und zu viele Säuren bewirken einen Kalziumverlust. Diese Mittel greifen auf ganz unterschiedliche Weise in den komplexen Stoffwechsel ein.

Koffein erhöht renale Ausscheidung von Kalzium

Koffein erhöht nach den Ergebnissen von Studien die renale Ausscheidung von Kalzium. Als Grenzwert gelten 400 mg Koffein pro Tag. Das entspricht etwa vier Tassen Kaffee. Zum Ausgleich sollte pro Tasse zusätzlich etwas Milch getrunken werden, empfehlen Osteoporose-Experten. Koffein befindet sich auch in Softdrinks wie Cola.

Problematisch ist, dass diese außerdem Phosphat enthalten, das die Freisetzung von Parathormon auslöst. Dieses wiederum setzt Kalzium und Magnesium aus den Knochen frei. Im Darm wird Phosphat dann durch Kalzium gebunden. Auch Zucker wirkt sich ungünstig auf die Knochengesundheit aus. Im Darm behindert er die Resorption von Kalzium. Gesüßte Softdrinks können somit schnell zu wahren Knochenfressern werden.

Bei einer zu eiweißreichen Ernährung wird Kalzium beim Abbau der Aminosäuren zur Pufferung verbraucht. 60 g Eiweiß pro Tag können verlustfrei kompensiert werden. Studien zeigen, dass eine vegetarische Ernährung für die Knochenmasse Vorteile bringt. Bei Eskimos hingegen ist der Knochenverlust erhöht.

Ungesund für die Knochen ist auch fettreiche Nahrung. Sie wird im Darm zerlegt, und die Fettsäuren verseifen mit Kalzium zu resorbierbaren Metaboliten. Aber auch Milch- und Kohlensäuren benötigen Kalzium. Sie werden durch alkalische Kalzium- und Magnesiumsalze neutralisiert.

Käse gilt zwar als ein wichtiger Kalziumlieferant, doch bei fettreichen Sorten ist der Nutzen für die Knochen zweifelhaft. Sinnvoll zum Schutz der Knochen sind auch fettarme Joghurt- und Milchprodukte sowie grünes Gemüse. Außerdem lässt sich durch Vitamin-C-reiche Fruchtsäfte die Aufnahme von Kalzium steigern.

Zusätzlich beeinflussen die Vitamine A, B12, D und K die Entwicklung der Osteoblasten, die Synthese des Osteokalzins und die Aufnahme von Kalzium positiv. Sie sollten daher in keiner ausgewogenen Ernährung fehlen, raten Experten. Vitamin K wird in einer Tagesdosis von 100 bis 300 g benötigt, Vitamin A mit 5000 IE, B12 mit 1 mg und Vitamin D mit etwa 1000 IE.

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