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Chronische Schmerzen

Mit Opioiden aus der Schmerzspirale ausbrechen

Um einer Chronifizierung von Schmerzen entgegenzuwirken, ist eine individualisierte Behandlung mit Opioiden oft der erste Schritt.

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FRANKFURT/MAIN. Bis zu 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Unbehandelt lassen diese jede Bewegung schmerzen, was oft zu einer Vermeidungshaltung und Bewegungsmangel führt. Und schon befinde sich der Patient in einer Schmerzspirale, aus der man mit einer multimodalen Therapie ausbrechen müsse, so Dr. Sabine Hesselbarth, niedergelassene Fachärztin für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie, Mainz, bei einem Symposium der Firma Mundipharma.

"Häufig ist die medikamentöse Therapie mit Opioiden der erste Schritt, um eine multimodale Therapie überhaupt beginnen zu können", sagte Hesselbarth. Sie verdeutlichte die Komplexität der Schmerztherapie am Beispiel einer Patientin. Diese kam 2009 im Alter von 53 Jahren mit dumpfen, ziehenden, brennenden Dauerschmerzen im unteren Rücken zu der Schmerzmedizinerin.

Außerdem lagen Komorbiditäten vor, etwa eine beidseitige Gonarthrose mit Knieprothese rechts, Adipositas, Nikotinabusus und eine KHK. Auch psychovegetative Beschwerden wie Schwindel, Schlaf- und Konzentrationsstörungen beschrieb die Patientin. Die bisherige Therapie umfasste bis zu 5 x 600 mg/d Ibuprofen und Novaminsulfon bei Bedarf. "Ziel einer Schmerztherapie ist auch die Korrektur einer Fehltherapie", so Hesselbarth. Sie habe bei der Patientin zunächst die NSAR abgesetzt und eine Opioidtherapie mit zweimal täglich 20 mg Oxycodon unter Antiemetikum begonnen und nachts zusätzlich Mirtazapin 7,5–15 mg und Novaminsulfon angesetzt. Dies führte zur Reduktion der Schmerzstärke auf der numerischen Rating Skala (NRS; 0 = kein Schmerz, 10 = stärkste vorstellbare Schmerzen) von 8-9/10 auf 6/10 NRS. Auch Psychotherapie, Physiotherapie und Reha-Sport waren im multimodalen Setting enthalten.

Wichtig sei auch die regelmäßige Kontrolle der Effektivität der Maßnahmen, betonte Hesselbarth. So habe ihre Patientin trotz Laxanzien über anhaltende Obstipation geklagt, sodass die Anästhesistin die Behandlung auf zweimal täglich 20 mg Oxycodon/10 mg Naloxon (Targin®) umstellte. Die Kombination mit Naloxon erhält die normale Darmfunktion und die Patienten leiden weniger an Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. "In den Jahren 2011 bis 2015 war der NRS mit 2-3/10 stabil und die Patientin zufrieden," so Hesselbarth. (ajr)

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