Mit Reperfusion drei Lebensjahre gewonnen

ROTTERDAM (ob). Patienten mit Myokardinfarkt, die eine Reperfusionstherapie zur Beseitigung des thrombotischen Koronarverschlusses erhalten, gewinnen dadurch fast drei Jahre mehr an Lebenserwartung.

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Zu diesem Ergebnis kommt eine Rotterdamer Gruppe von Kardiologen, die das Schicksal von Infarktpatienten in Abhängigkeit von der Akutbehandlung erstmals über die lange Zeitspanne von 20 Jahren dokumentiert haben (JACC, 46, 2005, 15).

Dr. Ron van Domburg und seine Kollegen haben in diesem Zeitraum die Überlebensraten von 533 Patienten ermittelt, die Anfang der 80er Jahre wegen eines Myokardinfarktes entweder eine Lyse-Therapie mit Streptokinase oder eine konventionelle Behandlung erhalten hatten.

Wie bereits nach 10 und 15 Jahren war auch nach 20 Jahren die Rate der noch lebenden Patienten in der Gruppe mit Lyse-Therapie absolut um knapp zehn Prozent höher als in der konventionell behandelten Gruppe (36 versus 27 Prozent). Nach Reperfusionstherapie betrug die Lebenserwartung 15,2 Jahre, nach konventioneller Therapie dagegen nur 12,4 Jahre. Die Reperfusion durch Fibrinolyse bescherte den so Behandelten also 2,8 zusätzliche Lebensjahre.

Vor allem Patienten mit hohem Risiko profitierten davon. So erhöhte die Reperfusion die Lebenserwartung bei ausgeprägter ST-Streckenhebung um 3,9 Jahre und bei Vorderwandinfarkt um 3,4 Jahre. Nach 20 Jahren war die Überlebensrate mit 27 Prozent bei konventioneller Therapie nur etwa halb so hoch wie in der altersgleichen Normalbevölkerung mit 56 Prozent, berichten die Studienautoren.

Die Anhebung dieser Rate auf 36 Prozent durch Reperfusion bedeutet, daß damit etwa ein Drittel der infolge Herzinfarkt verlorenen Lebenszeit wieder zurückgegeben werden kann.

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