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Antioxidantien

Mit Selen und Vitamin E kein Schutz vor Demenz

Oxidativer Stress mag an der Demenzentwicklung beteiligt sein. Wie eine Studie zeigt, heißt das aber noch nicht, dass Antioxidantien einer Demenz vorbeugen könnten.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

LEXINGTON. Vitamin E und Selen, allein oder in Kombination verabreicht, vermögen in der Vorbeugung gegen die Alzheimererkrankung nicht mehr auszurichten als ein Präparat mit Placebo.

An einer Studie zur Primärprävention – benannt "Prevention of Alzheimer's Disease by Vitamin E and Selenium (PREADViSE)" und geleitet von Dr. Richard Kryscio von der University of Kentucky in Lexington – waren 7540 zu Beginn nicht Demenz-kranke Männer im mittleren Alter von 67,5 Jahren beteiligt (JAMA Neurol 2017, online 20. März). Die Studie lief von Mai 2002 bis Mai 2015.

Über einen Zeitraum von durchschnittlich 5,4 Jahren nahmen die Männer Vitamin E (400 IU/d) und Selen (200 µg/d) allein oder in Kombination beziehungsweise Placebo ein – ursprünglich um im Rahmen der Studie SELECT zu testen, ob die Antioxidantien Prostatakrebs vermeiden helfen.

Im Studienableger namens PREADViSE ging es dann unter der gleichen Supplementation um das Demenzrisiko.

Keine signifikanten Unterschiede

Insgesamt wurde bei 4,4 Prozent der Studienteilnehmer eine Demenz diagnostiziert. Dabei gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den vier Studienarmen. In der Vitamin-E-Gruppe erkrankten 3,9 Prozent der Teilnehmer an Demenz, in der Selengruppe 4,1 Prozent, unter der Kombination 5,0 Prozent und mit Placebo 4,6 Prozent.

Die Berechnung von Hazard-Ratios in einem Cox-Modell, adjustiert nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit, ApoE4-Status, Bildungsgrad, Gedächtnisbeeinträchtigung und diversen Begleitkrankheiten, ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Verum- und der Placebogruppe.

Die PREADViSE-Studie reiht sich damit unter die fehlgeschlagenen Präventionsstudien ein, in denen zum Beispiel auch schon Ginkgo biloba, Naproxen, Celecoxib und Hormonersatztherapien auf ihre vorbeugende Wirkung gegen die Alzheimerdemenz getestet worden sind.

Das letzte Wort über die Anwendung von Antioxidantien zur Prophylaxe von Demenz dürfte damit aber nicht gesprochen sein. Dafür lässt PREADViSE zu viele Fragen zur Methodik offen, die etwa mit der Auswahl der Teilnehmer, deren Zahl und der dadurch bedingten Aussagekraft, der Einnahmedauer und der Dosierung zu tun haben.

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