Mit einem Marknagel werden kurze Beine lang

HANNOVER (grue). Zur operativen Beinverlängerung gibt es jetzt, wie bereits kurz berichtet, eine elegante neue Methode: Die Verlängerung mit einem voll implantierbaren Distraktions-Marknagel.

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Mit dem Marknagel ISKD® (Intramedullärer skelettaler kinetischer Distraktor) arbeiten in Deutschland bisher nur wenige Chirurgen, die meiste Erfahrung damit hat Professor Christian Krettek von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Unfallchirurg benutzte das Implantat europaweit erstmals vor zwei Jahren und hat bisher vier Patienten damit versorgt.

Der Verlängerungsnagel des Unternehmens Orthofix wird minimal-invasiv in den ausgefrästen Ober- oder Unterschenkelknochen eingesetzt und mit Querbolzen fixiert. Über einen weiteren Schnitt wird der aufliegende Knochen etwa mittig durchtrennt. An der Frakturstelle bildet sich in den folgenden Wochen Kallus, der langfristig verknöchert.

Der implantierte Titannagel besitzt einen gegenläufigen Ratschenmechanismus, der vom Patienten nach der Operation durch kleine Drehbewegungen in Gang gesetzt wird. Dadurch schiebt sich der Nagel um etwa einen Millimeter pro Tag vor, bis ein voreingestellter Maximalwert erreicht ist. Die exakte Position des Nagels kann mit einem Magnetsensor geprüft werden.

"Wir erreichen mit dem Implantat eine Beinverlängerung um bis zu acht Zentimeter", sagte Krettek bei der Vorstellung des Verfahrens in Hannover. Im Vergleich zu einem Fixateur externe sei die neue Methode weniger schmerzhaft und erfordere keine Nachoperationen. Der Klinikaufenthalt verkürze sich auf etwa zwölf Tage.

Die in der MHH behandelten Patienten konnten das Bein nach durchschnittlich zehn Wochen voll belasten und waren mit dem funktionellen und kosmetischen Ergebnis durchweg zufrieden, so Krettek. Der nächste Eingriff dieser Art sei bereits geplant, auch andere Kliniken zögen jetzt nach. "Der Marknagel ist für Patienten mit einer Beinverkürzung von mehr als zwei Zentimetern eine gute Option".

Die Kosten für das Instrumentarium in Höhe von etwa 7000 Euro werden allerdings von den Kassen nur in Einzelfällen übernommen.

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