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Krebs

Mit einem Spenderorgan steigt auch das Sterberisiko

Patienten mit einer Organtransplantation sterben häufiger an den Folgen von Krebs als Menschen aus der Normalbevölkerung. Das haben kanadische Forscher bei der Auswertung der Patientendaten nach mehr als 11.000 Verpflanzungen solider Organe festgestellt.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Elastografie der Leber zur Krebsvorsorge.

Elastografie der Leber zur Krebsvorsorge.

© Mathias Ernert, Diakoniekrankenhaus Mannheim

TORONTO. Wie groß ist die krebsspezifische Sterberate nach Organtransplantation? Bisher gab es dazu nur widersprüchliche Studiendaten.

Zwar sei die Krebsinzidenz nach Transplantationen erhöht, sie müsse jedoch nicht zwangsläufig auch in einer Erhöhung der krebsspezifischen Sterberate resultieren, so Dr. Sergio A. Acuna von der Universität von Toronto und seine Kollegen.

Die Wissenschaftler haben das Gesamtrisiko und das organspezifische Risiko, an den Folgen von Krebs nach einer Transplantation zu sterben, bestimmt.

Dazu werteten sie die Daten von 11.061 Transplantationen aus, die im Bundesstaat Ontario zwischen 1991 und 2010 vorgenommen worden waren.

Das entspricht einem Follow-up von 85.557 Personenjahren. Im Median waren die Patienten 49 Jahre alt (zwischen 37 und 58 Jahre) (JAMA Oncol 2016; online 7. Januar).

3068 Patienten starben

In dem Beobachtungszeitraum starben der Studie zufolge 3068 Patienten. Bei jedem Fünften (603 Patienten) stand dies im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung, beurteilt mit Hilfe der ICD-9-Klassifikation. Die meisten Patienten - nämlich 24 Prozent - starben allerdings an den Folgen kardiovaskulärer Ereignisse.

Im Vergleich zur übrigen Bevölkerung war die krebsspezifische Sterberate signifikant erhöht: Die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen von Krebs zu sterben, war nach Organtransplantation fast zweifach höher als erwartet (Standardized Mortality Ratio, SMR: 2,84).

Selbst wenn die Daten von Patienten, die vor der Transplantation bereits eine Neoplasie hatten (zehn Prozent der Gruppe), bei der Analyse nicht berücksichtigt wurden, blieb ein erhöhtes Risiko bestehen (SMR: 1,93).

Auffällig war die erhöhte Wahrscheinlichkeit, an den Folgen von Krebs zu sterben, bei Kindern (SMR 84,61). Zwar wesentlich niedriger, aber immer noch erhöht im Vergleich zur übrigen Bevölkerung war sie bei Patienten über 60 (SMR: 1,88).

Forscher suchen Erklärung

Die meisten Patienten, die wegen ihrer Tumorerkrankung starben, hatten Lungenkrebs (21 Prozent). Seltener waren Leberkrebs (18 Prozent), ein Non-Hodgkin-Lymphom (16 Prozent), Darmkrebs (7 Prozent) oder Tumoren der Niere (1,5 Prozent) die Todesursache.

Als eine mögliche Erklärung für die erhöhte krebsspezifische Mortalität führen die Wissenschaftler an, dass manche Krebserkrankungen nach einer Organtransplantation einen anderen klinischen Verlauf haben als bei Patienten ohne einen solchen Eingriff.

Auch die nachfolgende immunsuppressive Behandlung könnte eine Rolle spielen. Vom Non-Hodgkin-Lymphom sei zum Beispiel bekannt, dass etwa Ätiologie und Prognose bei den unterschiedlichen Voraussetzungen ganz verschieden seien. Andererseits sei bei Blasen- und Nierenkrebs das Sterberisiko mit oder ohne Transplantation ähnlich.

Ob ein aggressiverer Verlauf einer Krebserkrankung auf die Immunsuppression zurückzuführen ist, bleibt unklar. Wegen des beobachteten Zusammenhangs zwischen Transplantation und Krebsmortalität solle nach einem solchen Eingriff auf krebspräventive Maßnahmen besonders geachtet werden, betonen die Wissenschaftler.

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Kommentare
Dr. Patricia Klein 22.01.201614:45 Uhr

Für Statistik kann sich niemand etwas kaufen...

Transplantierte sollte diese Statistik wenig schrecken. Außerdem kann man mit persönlichem Lebensstil (z. B. Sport und Ernährung, keine Suchtmittel) seine Statistik bzgl. der Häufigkeit onkologischer Erkrankungen entsprechend senken, dann ist man gleich wieder da, wo die Normalbevölerung ist.

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