Direkt zum Inhaltsbereich

Mit einfachen Mitteln gegen das metabolische Syndrom

BAIERBRUNN (wst). Würden wir uns gesünder ernähren und mehr bewegen, könnte das metabolische Syndrom drastisch reduziert werden. Jedoch: Mit Appellen an die Eigenverantwortung gelangt man bei den meisten Menschen offensichtlich nicht zu den wünschenswerten Lebensstil-Änderungen.

Veröffentlicht:

Dieses ernüchternde Resümee zu den Bemühungen um Lebensstil-Änderungen hat der Ernährungsmediziner Professor Hans Hauner von der TU München beim 2. Wissenschaftlichen Symposium "Metabolisches Syndrom" der Stiftung "Rufzeichen Gesundheit!" in Baierbrunn gezogen.

Man müsse daher anerkennen, dass Erziehungsversuche offensichtlich keinen Erfolg haben, wenn nicht zusätzlich gesellschaftliche Umfeldbedingungen geschaffen werden, die es leichter machen, Verhaltensänderungen einzuleiten und durchzuhalten. Ein konkretes Beispiel: die Lust auf ungesunde Nahrungsmittel dürfe nicht durch eine beschönigende Werbung forciert werden. Auch eine einfache und eindeutige Kennzeichnung der möglichen Gesundheitsgefährdung aller Lebensmittel wie in England mit einer Risikoampel wäre wünschenswert.

Heimische Politiker, die darüber nachdenken, knickten unter dem Druck der Nahrungsmittellobbyisten erfahrungsgemäß aber sofort ein, bedauerte Hauner auf der vom Wort & Bild-Verlag geförderten Veranstaltung.

Die offizielle Haltung der Lebensmittelindustrie, wonach alles von ihr Produzierte gesund oder gesundheitsneutral ist und wenn, erst im Übermaß genossen ein krank machendes Potenzial hat, sei falsch und zynisch und werde der Psyche der Menschen nicht gerecht.

Die Bevölkerung könne man bestenfalls durch einfache, konkrete Botschaften erreichen. So wäre nach Hauners Ansicht schon viel gewonnen, wenn man viele Menschen dazu bringen könnte, grundsätzlich auf gesüßte Getränke - einschließlich unverdünnter Obstsäfte - zu verzichten, nur dreimal am Tag etwas zu essen und generell Treppen zu steigen, anstatt immer nur den Fahrstuhl zu benutzen.

STICHWORT

Zwischenmahlzeit

Unter Ernährungswissenschaftlern setzt sich die Erkenntnis durch, wonach Zwischenmahlzeiten zur Gewichtsregulierung kontraproduktiv sind. Nach Angaben von Professor Hans Hauner von der TU München haben Studien belegt, dass diejenigen, die am Nachmittag einen Zwischenimbiss einnehmen, dann zu Abend eher mehr essen als Menschen, die seit dem Mittagessen nichts mehr gegessen haben. Und bei Diabetikern steigern Zwischenmahlzeiten das Gewicht, erhöhen die Frequenz postprandialer Blutzuckerspitzen und verkürzen die Erholungszeiten für Insulin produzierende Zellen. (wst)

Appell an Eigenverantwortung bewirkt meist wenig.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Lesetipps
Einsame jüngere Frau

© Photographee.eu / stock.adobe.com

DEGAM-Kongress

Einsamkeit trifft nicht nur Ältere

Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?