Metabolisches Syndrom

Mit einfachen Mitteln gegen das metabolische Syndrom

BAIERBRUNN (wst). Würden wir uns gesünder ernähren und mehr bewegen, könnte das metabolische Syndrom drastisch reduziert werden. Jedoch: Mit Appellen an die Eigenverantwortung gelangt man bei den meisten Menschen offensichtlich nicht zu den wünschenswerten Lebensstil-Änderungen.

Veröffentlicht: 15.11.2007, 05:00 Uhr

Dieses ernüchternde Resümee zu den Bemühungen um Lebensstil-Änderungen hat der Ernährungsmediziner Professor Hans Hauner von der TU München beim 2. Wissenschaftlichen Symposium "Metabolisches Syndrom" der Stiftung "Rufzeichen Gesundheit!" in Baierbrunn gezogen.

Man müsse daher anerkennen, dass Erziehungsversuche offensichtlich keinen Erfolg haben, wenn nicht zusätzlich gesellschaftliche Umfeldbedingungen geschaffen werden, die es leichter machen, Verhaltensänderungen einzuleiten und durchzuhalten. Ein konkretes Beispiel: die Lust auf ungesunde Nahrungsmittel dürfe nicht durch eine beschönigende Werbung forciert werden. Auch eine einfache und eindeutige Kennzeichnung der möglichen Gesundheitsgefährdung aller Lebensmittel wie in England mit einer Risikoampel wäre wünschenswert.

Heimische Politiker, die darüber nachdenken, knickten unter dem Druck der Nahrungsmittellobbyisten erfahrungsgemäß aber sofort ein, bedauerte Hauner auf der vom Wort & Bild-Verlag geförderten Veranstaltung.

Die offizielle Haltung der Lebensmittelindustrie, wonach alles von ihr Produzierte gesund oder gesundheitsneutral ist und wenn, erst im Übermaß genossen ein krank machendes Potenzial hat, sei falsch und zynisch und werde der Psyche der Menschen nicht gerecht.

Die Bevölkerung könne man bestenfalls durch einfache, konkrete Botschaften erreichen. So wäre nach Hauners Ansicht schon viel gewonnen, wenn man viele Menschen dazu bringen könnte, grundsätzlich auf gesüßte Getränke - einschließlich unverdünnter Obstsäfte - zu verzichten, nur dreimal am Tag etwas zu essen und generell Treppen zu steigen, anstatt immer nur den Fahrstuhl zu benutzen.

STICHWORT

Zwischenmahlzeit

Unter Ernährungswissenschaftlern setzt sich die Erkenntnis durch, wonach Zwischenmahlzeiten zur Gewichtsregulierung kontraproduktiv sind. Nach Angaben von Professor Hans Hauner von der TU München haben Studien belegt, dass diejenigen, die am Nachmittag einen Zwischenimbiss einnehmen, dann zu Abend eher mehr essen als Menschen, die seit dem Mittagessen nichts mehr gegessen haben. Und bei Diabetikern steigern Zwischenmahlzeiten das Gewicht, erhöhen die Frequenz postprandialer Blutzuckerspitzen und verkürzen die Erholungszeiten für Insulin produzierende Zellen. (wst)

Appell an Eigenverantwortung bewirkt meist wenig.

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