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Mindestens sieben Infizierte

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: WHO vermutet Übertragung auch von Mensch zu Mensch

Nach einem Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff laufen die Ermittlungen. Drei Menschen sind gestorben. Die WHO vermutet inzwischen, dass die Übertragung wohl von Mensch zu Mensch stattgefunden habe.

Veröffentlicht: | aktualisiert:
Eine weiße ratte sitzt am Boden und schaut in die Kamera.

Das Hantavirus wird in der Regel von Nagetieren, meist Ratten und Mäuse, auf den Menschen übertragen.

© Metzger / stock.adobe.com

Niederlande. Auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff im Atlantik soll es zu einem Ausbruch des Hantavirus gekommen sein. Nach Stand von Mittwoch, 6. Mai (15 Uhr), ist die Zahl der Infizierten auf mindestens sieben gestiegen, alles Personen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Hondius“ aufgehalten haben. Das Schiff war von Argentinien nach Kap Verde unterwegs.

Bei drei Erkrankten vom Kreuzfahrtschiff wurde die Andes-Variante des Hantavirus bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermutet inzwischen, dass die Übertragung wohl von Mensch zu Mensch stattgefunden habe.

Informationen zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen

Das Robert Koch-Institut gibt Informationen, wie das Risiko einer Hantavirus-Infektion insbesondere für Risikogruppen (Forstarbeiter, Schädlingsbekämpfer) verringert werden kann. Dazu gehören Empfehlungen, um das Zuhause und dessen Umgebung frei von Mäusen zu halten, Maßnahmen zur Kontrolle und Bekämpfung von Mäusen und Empfehlungen für die Beseitigung von toten Mäusen, Mäuseausscheidungen und die abschließende Säuberung. Eine Übersicht zu den empfohlenen Maßnahmen finden Sie hier. (dpa/help)

Wie das Auswärtige Amt am Dienstag mitgeteilt hatte, sind drei Passagiere gestorben. Ein deutscher Staatsangehöriger starb am Sonntag, zuvor starb im April bereits ein niederländisches Ehepaar, der Mann an Bord und die Frau auf ihrer Heimreise, wie der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mitteilte.

Ausbruch auf einem Schiff ungewöhnlich

Die WHO schätzt das Risiko für die breite Öffentlichkeit als gering ein und empfiehlt keine Reisebeschränkungen.

Ein Ausbruch auf einem Schiff gilt als ungewöhnlich, da Infektionen typischerweise durch den Kontakt mit Nagetieren übertragen werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten. Laut der WHO können Erkrankungen schwer verlaufen, sie kommen in Deutschland jedoch kaum vor.

Hantavirus: was, wie, wann?

Das Hantavirus ist eine Infektion, die durch eine Gruppe von Viren verursacht wird, die durch Kontakt mit infiziertem Urin, Speichel oder Kot von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden. Zu den ersten Symptomen gehören:

  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall

Bekannt ist, dass das Virus je nach Region beziehungsweise Kontinent unterschiedliche Auswirkungen haben kann. In der westlichen Hemisphäre kann das Hantavirus ein Lungensyndrom auslösen, das Symptome wie Atemnot und Husten verursacht und zu Atemversagen sowie bis zum Tod führen kann.

In Europa und Asien kann das Hantavirus ein hämorrhagisches Fieber mit Nierensyndrom auslösen, das innere Blutungen, Hypotonie und Nierenversagen verursachen kann.

Eine Hantavirus-Infektion wird in der Regel durch Kontakt mit dem Urin, dem Speichel oder dem Kot von Nagetieren, meist Ratten und Mäusen, übertragen. Das Infektionsrisiko ist am höchsten bei Personen, die sich in Räumen länger aufhalten, in denen sich infizierter, getrockneter Nagetierkot und -urin befindet. In seltenen Fällen kann eine Infektion auch durch Bisse oder Kratzer von Nagetieren oder durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel erfolgen.

Es gibt verschiedene Übertragungswege auf den Menschen: Unter anderem durch das Einatmen von virushaltigen Aerosolen, über Kontakt mit verletzter Haut oder über kontaminierte Lebensmittel.

Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch gab es bislang nur bei einem in Südamerika vorkommenden Hantavirus. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und vier Wochen, kann aber auch bis zu acht Wochen betragen.

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