Asthma/COPD

Montelukast mindert Asthma-Symptome nach Virusinfekt

MAINZ (cin). Entwickeln Kinder im Vorschulalter Asthma-ähnliche Symptome aufgrund von viralen Infekten, sollte zunächst mit einem Leukotrien-Antagonisten behandelt werden, empfiehlt Professor Antje Schuster. Schlage die Therapie nicht an, seien inhalative Kortikoide angesagt.

Veröffentlicht: 22.09.2006, 08:00 Uhr

Virale Infektionen der Lunge, etwa mit Rhino-, RS- oder Influenza-Viren, gehen bei Säuglingen und Kleinkindern häufig mit asthmatischen Beschwerden einher. Das hat die Pädiaterin von der Uniklinik Düsseldorf bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz berichtet. Mit dem Leukotrienantagonisten Montelukast (Singulair®) können viral bedingte Asthmasymptome verringert werden.

Das ist in der Previa-Studie (PREvention of Virally Induced Asthma) belegt worden. 549 Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren wurden ein Jahr lang entweder mit Montelukast oder Placebo behandelt. Ergebnisse: Bei Kindern, die mit Montelukast behandelt wurden, war die Rate der Exazerbationen um 32 Prozent geringer als mit Placebo (1,6 versus 2,3 Episoden pro Jahr).

Die Zeit von Beginn der Studie bis zur ersten Exazerbation betrug mit dem Leukotrienantagonisten im Median 206 Tage, mit Placebo 147 Tage. "Besonders im Winter, wenn Exazerbationen vermehrt vorkommen, war die Rate mit der Substanz signifikant vermindert", so Schuster auf dem von MSD unterstützten Symposium. Schwere und Dauer der Exazerbationen blieben jedoch unbeeinflußt.

Eine prophylaktische, antientzündliche Dauertherapie helfe wahrscheinlich Kindern mit hohem Asthma-Risiko, etwa positiver Familienanamnese, so die Pädiaterin. Darauf weisen Studiendaten von 285 Kindern mit hohem Asthma-Risiko hin, die anamnestisch schon mindestens vier Episoden mit Giemen gehabt hatten (N Eng J Med 354, 2006, 19).

Die Kinder zwischen zwei und drei Jahren wurden zwei Gruppen zugeteilt: Die einen bekamen zwei Jahre Placebo, die anderen inhalierten Fluticason. Dann wurden die Kinder ein Jahr lang nur beobachtet. In den ersten zwei Jahren gab es mit Fluticason signifikant mehr symptomfreie Tage und weniger Exazerbationen. Am Ende des dritten Jahres gab es keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen mehr.

Mehr zum Thema

Versorgungsforschung

WIdO-Bericht: Asthmatherapie ist ein Erfolg

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Aktueller WIdO-Gesundheitsatlas

Asthma: NRW, Saarland und Thüringen stärker betroffen

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Einen neuen Blick auf die Infektionszahlen fordert eine Gruppe von Experten.

COVID-19

Experten wollen weg von 7-Tage-Inzidenz

Der für den Impfstoff genutzte Virus-Vektor: Er basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Adenovirus, das nach der Impfung die Oberflächen-Spike-Proteine von SARS-CoV-2 präsentiert.

SARS-CoV-2-Impfstoff

Vektor-basierte Corona-Vakzine mit 70 Prozent Wirksamkeit