Allergien

Mütter können zu Allergie-Prävention beitragen

WIESBADEN (ikr). Bereits jeder Dritte in Deutschland hat eine Allergie. Besonders Kinder sind betroffen. So leiden sechs bis 19 Prozent an Neurodermitis und vier bis sieben Prozent an Asthma. Es gibt jedoch Maßnahmen, mit denen sich das Risiko für solche Erkrankungen deutlich reduzieren läßt.

Veröffentlicht: 29.09.2006, 08:00 Uhr

Einen wesentlichen Beitrag zur Allergie-Prävention können Mütter durch Verzicht auf Rauchen während der Schwangerschaft leisten. So ist bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft rauchen, das Asthmarisiko um 60 Prozent höher als bei Kindern von Frauen, die nie geraucht haben (Chest 127, 2005, 1232). Stellen Frauen das Rauchen vor der Schwangerschaft ein, besteht hingegen kein erhöhtes Risiko.

Auch eine adäquate Ernährung des Kindes in den ersten Lebensmonaten mindert das Allergie-Risiko. Darauf hat Professor Andrea von Berg aus Wesel beim Kongreß des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen in Wiesbaden hingewiesen.

So sollten Mütter ihr Kind mindestens vier Monate voll stillen. Eine große Metaanalyse von zwölf prospektiven Studien habe ergeben, daß bei gestillten Kindern das Risiko für eine atopische Dermatitis oder Asthma geringer ist als bei Kindern, die Kuhmilch erhalten.

Besonders profitieren Kinder, bei denen bereits Eltern oder Geschwister eine allergische Erkrankung haben. Bei ihnen ist das Allergie-Risiko um etwa 40 Prozent reduziert. Für Frauen, bei denen Stillen nicht möglich ist, empfiehlt von Berg hypoallergene Säuglingsnahrung.

Auch Probiotika können das Risiko für eine atopische Dermatitis bei Kindern mit erhöhtem Atopie-Risiko senken. Das ergab eine Studie, über die Privatdozent Matthias Kopp aus Freiburg berichtete. Bei 64 Kindern hatten die Mütter vier Wochen vor der Geburt Lactobacillus GG erhalten und die Mütter von 68 weiteren Kindern Placebo.

In den ersten sechs Monaten nach der Geburt nahm entweder die stillende Mutter oder das Neugeborene die Lactobazillen (LGG) oder das Placebo-Präparat ein. Nach zwei Jahren hatten in der LGG-Gruppe 23 Prozent der Kinder Symptome einer atopischen Dermatitis, in der Placebo-Gruppe 46 Prozent. Ähnlich war es auch nach vier Jahren.

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