Neue Empfehlung

Mumps-Impfung für Lehrer

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland ist Mumps auf dem Vormarsch. Jungen Lehrern und Betreuern wird daher jetzt Impfschutz ans Herz gelegt.

Veröffentlicht:
Zeigt her euren Impfpass.

Zeigt her euren Impfpass.

© pix4U / fotolia.com

BERLIN (eis). In Deutschland gibt es - ähnlich wie in anderen Industrieländern - seit einigen Jahren wiederholt kleinere Mumps-Ausbrüche in Schulen und Universitäten, berichtet die STIKO (Epi Bull 2012; 31: 311).

Das wahre Ausmaß der Erkrankungen ist allerdings schwer abzuschätzen, weil es keine bundesweite Meldepflicht für Mumps gibt.

Die Analyse eines Ausbruchs in Bayern (Dauer: Sommer 2010 bis Sommer 2011) mit 291 Erkrankungen hat ergeben: 80 Prozent der Betroffenen waren zwischen 15 und 39 Jahre alt. Früher war Mumps vor allem bei Kindern unter zehn Jahren registriert worden.

Bedenklich bei dem Ausbruch war die hohe Rate an Impfdurchbrüchen: Über 60 Prozent der Erkrankten waren vollständig (zweimal) gegen Mumps geimpft.

Als mögliche Gründe für das Versagen vermuten die Impfexperten sowohl eine mit den Lebensjahren abnehmende Immunität als auch mögliche Antigenunterschiede zwischen den abgeschwächten Impfviren und dem Ausbruchsstamm.

Auch werden, so das Gremium, die Abwehrkräfte nicht mehr regelmäßig auf natürlichem Weg geboostert. Es gibt nämlich nur noch selten Mumps-Ausbrüche bei den mehrheitlich geimpften kleinen Kindern.

Impfung mit einer MMR-Vakzine

Daher sei es nicht unwahrscheinlich, dass es künftig auch unter geimpften jungen Erwachsenen zu Mumps-Ausbrüchen zum Beispiel in Universitäten kommen könnte.

Was ist zu tun? Die STIKO setzt darauf, dass die Impfraten bei Kindern und Jugendlichen weiter verbessert werden. Auch sollen alle ungeschützten Menschen nach Kontakt mit einem Mumpskranken binnen drei Tagen eine Postexpositionsprophylaxe mit dem Impfstoff erhalten.

Empfohlen wird die Prophylaxe, wenn bei Kontaktpersonen der Schutz fehlt, unvollständig ist (weniger als zwei Impfungen in der Kindheit) oder es keine Dokumentation darüber gibt.

Zusätzlich setzt die STIKO jetzt darauf, dass berufsbedingte Infektionen künftig verstärkt durch Impfungen vermieden werden.

Empfohlen wird der Schutz deshalb allen nach 1970 Geborenen bei Tätigkeiten im Gesundheitswesen mit Patientenkontakt oder auch bei Tätigkeiten in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Kindergärten, Schulen, Heimen, Ferienlagern sowie in Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene wie weiterführende Schulen, Fachhochschulen, Universitäten und Sportvereinen.

Da es einen Mumps-Mono-Impfstoff nicht mehr gibt, muss für die Impfung ein MMR-Impfstoff verwendet werden.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 07.08.201208:41 Uhr

STIKO-Gebetsmühle?

Priorix-MMR® von GlaxoSmithKline-GSK oder MMR-VaxPro® von Sanofi-Pasteur-MSD halten offensichtlich auch mit zwei Impfungen zur Grundimmunisierung nicht das, was sie versprechen. Denn Impfdurchbrüche bei 60 Prozent der Erkrankten, die vollständig (2 x) gegen Mumps geimpft wurden, sprechen n i c h t für Impfmüdigkeit, sondern für primäres Impfversagen.

Und wenn die STIKO nicht endlich damit aufhört, gebetsmühlenartig eine "bessere" und dauerhaftere Immunisierung der Bevölkerung durch Wildvirusinfektionen zu beschwören, würde sie nicht dauernd Wasser auf die Mühlen von Impfgegnern gießen. Das gilt für die weltweit rasant zunehmende bakterielle Pertussis Infektion gleichermaßen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps