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Empagliflozin / Linagliptin

Neue Fixkombi erweitert die Optionen bei Diabetes

Empagliflozin und Linagliptin sind als Fixkombi seit Juni verfügbar. Diese Kombination aus SGLT2- und DPP4-Hemmer hilft, den HbA1c-Zielwert zu erreichen.

Dr. Michael HubertVon Dr. Michael Hubert Veröffentlicht:
Blutzucker im Lot? Gute Werte beugen Folgeleiden vor.

Blutzucker im Lot? Gute Werte beugen Folgeleiden vor.

© pikselstock / stock.adobe.com

Ingelheim. Zwei Drittel der Typ-2-Diabetiker erreichen den HbA1c-Zielwert, ein Drittel jedoch nicht, sagte Professor Baptist Gallwitz und zitierte entsprechende DMP-Daten. 45 Prozent der Patienten hätten bereits makrovaskuläre Erkrankungen. „Dabei korreliert die Höhe des HbA1c mit dem Risiko für makro- und mikrovaskuläre Ereignisse“, sagte der Diabetologe vom Uniklinikum Tübingen. Wird der HbA1c-Wert um einen Prozentpunkt gesenkt, sinke das Risiko für Herzinfarkt um 14 Prozent, das für Schlaganfall um 12 Prozent und für Herzinsuffizienz um 16 Prozent.

Die Therapie-Optionen wurden in den letzten Jahren deutlich erweitert. 2006 wurden DPP4-Hemmer und GLP1-Rezeptoragonisten eingeführt, 2012 die SGLT2-Hemmer. Und jetzt stehe eine Fixkombination mit dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin und dem DPP4-Hemmer Linagliptin (Glyxambi®) zur Verfügung, so Gallwitz bei einer Online-Veranstaltung von Boehringer Ingelheim und Lilly.

Wirkansätze der beiden Substanzgruppen kombiniert

Das Arzneimittel kombiniere die Wirkansätze der beiden Substanzgruppen: Der DPP4-Hemmer fördere die Insulinsekretion und hemme die Glukagon-Sekretion, der SGLT2-Hemmer bremse die renale Glukose-Rückresorption, es wird vermehrt Glukose über den Urin ausgeschieden – und zwar rund 70 bis 90 g pro Tag. „Das entspricht 300 bis 400 kcal“, so Gallwitz. Es gibt zwei Fixkombis mit 10 mg oder 25 mg Empagliflozin und je 5 mg Linagliptin.

In der fünfarmigen Zulassungsstudie sei der HbA1c-Wert binnen 24 Wochen um 1,19 Prozent (Empa 25 mg/Lina 5 mg) und 1,08 Prozent (10 mg/5 mg) gesunken, so der Diabetologe. Mit Empagliflozin allein wurden minus 0,62 Prozent (25 mg) und minus 0,66  Prozent (10 mg) und mit Linagliptin mono minus 0,7 Prozent erreicht (Diabetes Care 2015; 38: 384-393). „Die beiden Substanzen haben somit synergistische Effekte“, so Gallwitz. Dabei war die Senkung des HbA1c über 52 Wochen konstant, zudem sank das Körpergewicht der Patienten um 2,5 bis 3,2 kg – sowohl unter der Fixkombi als auch Empagliflozin allein. Die unerwünschten Ereignisse entsprachen jenen, die unter den Einzelsubstanzen zu erwarten sind.

Wann eine orale Diabetes-Therapie aus Metformin, DPP4- und SGLT2-Hemmern angebracht ist, erläutert die DDG in ihren Praxis-Empfehlungen, so Gallwitz: Die Gabe von mehr als zwei oralen Antidiabetika kann sinnvoll sein, wenn die Therapie mit einem GLP1-RA oder Insulin noch nicht indiziert ist oder der Patient noch nicht mit einer Injektionstherapie einverstanden ist (Diabetologie 2019; 14 (Suppl 2): S167–S187). Das Therapieziel bleibe ein normnaher Blutzucker mit wenig Schwankungen sowie ein normnaher HbA1c, schloss Gallwitz.

Quelle: Online-Veranstaltung; Juli 2020; Veranstalter: Boehringer Ingelheim, Lilly Allianz

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