Schlaganfall

Neue Methode erkennt Insult-Risiko

Mit einer neuen, EKGbasierten Methode lässt sich auch bei eigentlich unauffälligen Patienten ohne Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko erkennen.

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FREIBURG / BAD KROZINGEN. Eine neue Methode, mit der sich das Schlaganfallrisiko wohl deutlich präziser ermitteln lässt als bisher, haben Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg / Bad Krozingen (UHZ) entwickelt. Das Team wies nach, dass ein erhöhtes Schlaganfallrisiko oft mit einer elektrischen Leitungsverzögerung des Herzens einhergeht, die mittels EKG ermittelt werden kann.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Daten von mehr als 150 Patienten ausgewertet. „Bei vier von fünf Patienten zeigten sich krankhafte Vorhofvernarbungen im EKG bereits zwei Jahre vor dem Schlaganfall“, wird Studienautor Dr. Amir Jadidi in einer Mitteilung des UHZ zitiert. „Im Gegenzug blieben Patienten mit einem unauffälligem EKG in den nächsten fünf Jahren von einem Schlaganfall verschont.“

Die neue EKG-Analyse misst die mit Vorhofvernarbung einhergehende elektrische Leitungsverzögerung und kann dadurch betroffene Patienten mit hoher Treffsicherheit identifizieren. „Wir hoffen, bei unauffälligen Patienten ohne nachgewiesenes Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko identifizieren zu können. Dadurch könnten mehr gefährdete Personen als bislang eine präventive Therapie erhalten“, wird Studienleiter Professor Thomas Arentz in der Mitteilung zitiert.

Ausschlaggebend bleibe nun zu belegen, ob durch die neue Methode der Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten auch wirklich besser auf den individuellen Patienten abgestimmt werden könne. Dafür würden derzeit unter Leitung des UHZ Vorbereitungen für eine europaweite Studie getroffen.

Die Ergebnisse der UHZ-Wissenschaftler wurden Ende März auf dem europäischen Herzrhythmuskongress in Lissabon vorgestellt und als zweitbeste von 1000 eingereichten Arbeiten ausgezeichnet. (eb)

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