Haut-Krankheiten

Neue Option gegen Handekzem in Sicht

MÜNCHEN (ars). Eine neue Therapie bei schwerem chronischen Handekzem ist in Sicht. In einer Phase-III-Studie mit dem Vitamin-A-Derivat Alitretinoin heilten die Dermatosen bei jedem zweiten Patienten, der nicht mehr auf topische Kortikoide ansprach, weitgehend ab.

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Mit 30 mg des Wirkstoffs einmal täglich waren die Hautausschläge bei 48 Prozent der Patienten nach 24 Wochen vollständig oder fast vollständig verschwunden. Mit 10 mg waren es 28 Prozent, mit Placebo dagegen 17 Prozent. Der Effekt hielt noch über die Behandlung hinaus an: Bis zum Rückfall dauerte es in den beiden Verum-Gruppen im Median etwa sechs Monate (British Journal of Dermatology 158, 2008, 808).

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen: Darüber berichtete ein Fünftel der Patienten in der 30 mg-Gruppe. Bei etwa ebenso vielen stiegen die Cholesterin- und Triglyceridwerte, berichtet das Team um Professor Thomas Ruzicka von der Uni München.

An der Studie hatten 1032 Patienten mit schwerem chronischem Handekzem teilgenommen, das seit mindestens sechs Monaten bestand und nicht mehr auf topische Kortikosteroide ansprach. Schweregrad und Effekt der Behandlung beurteilten die Autoren nach der Skala PGA (Physician Global Assessment). Darin werden Symptome wie Erythem, Rötung, Hyperkeratose, Bläschen, Ödem, Fissuren, Juckreiz und Schmerzen in fünf Stufen von schwer bis fehlend eingeteilt.

 

Das Vitamin-A-Derivat Alitretinoin reguliert Immunreaktionen und hemmt Entzündungen. Da es teratogen ist, sollten Teilnehmerinnen im gebärfähigen Alter einen Monat vor bis einen Monat nach der Therapie eine Kontrazeption einhalten.

Bis zu zehn Prozent der Menschen in Deutschland haben Handekzeme, etwa 300 000 eine chronisch rezidivierende Form, bei der eine Lokaltherapie mit Kortikosteroiden nicht wirkt. Etwa 40 Prozent aller bei der Berufsgenossenschaft gemeldeten Berufskrankheiten sind Hautkrankheiten, davon 90 Prozent chronische Handekzeme.

STICHWORT

Handekzeme

Je nach Auslöser unterscheidet man drei Varianten des Handekzems: Die irritativ-toxische Form geht auf äußere Faktoren zurück wie ständige Arbeit im Feuchten, Lebens- oder Desinfektionsmittel, Handschuhe oder Öle. Die allergische Form wird durch Kontaktallergene wie Chrom, Nickel, Biozide oder Latex verursacht. Das atopische Ekzem wiederum entsteht, wenn zu einer genetischen Disposition wie bei Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen Trigger hinzukommen. Die Therapie erfolgt in Stufen: zuerst Schutzmaßnahmen wie Handschuhe, dann Pflegeprodukte, schließlich Kortikosteroide, Phototherapie oder Calcineurininhibitoren. (ars)

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