AIDS / HIV

Neue Therapie-Option für HIV-Infizierte

TORONTO (awa). Der Hemmstoff Nevirapin ist bei zuvor nicht behandelten HIV-Infizierten ein lange wirksames Medikament mit gut beherrschbaren unerwünschten Wirkungen. Das gilt auch für Patienten, deren HIV-Therapie umgestellt oder vereinfacht werden soll.

Veröffentlicht: 09.10.2006, 08:00 Uhr

Seit 1996 ist Nevirapin (Viramune®), ein nicht-nukleosidischer Hemmer der Reversen Transkriptase (NNRTI) ein wichtiger Bestandteil der Therapie gegen HIV. So wird er etwa in den EU-Therapierichtlinien als Option für die HIV-Ersttherapie empfohlen. Daran hat Professor Francois Raffi aus Nantes auf der Welt-Aids-Konferenz in Toronto erinnert.

Nevirapin kann Raffi zufolge auch langfristig zur Vereinfachung einer HIV-Therapie genutzt werden. In der NEFA-Studie (Nevirapin, Efavirenz, Abacavir) wurde bei 460 Patienten, deren Viruskonzentration unter der Nachweisgrenze lag, der Protease-Hemmer durch Nevirapin, den NNRTI Efavirenz oder den NRTI Abacavir ausgetauscht.

Im Verlauf von drei Jahren war die Chance eines langanhaltenden Therapie-Erfolgs mit Nevirapin am größten. Nach der Umstellung auf Nevirapin und Abacavir brachen nur im ersten Jahr einige Patienten die Therapie wegen unerwünschter Wirkungen ab. Nach der Umstellung auf Efavirenz jedoch kam es kontinuierlich über den gesamten Studienzeitraum zu Abbrüchen.

Die wichtigsten unerwünschten Wirkungen von Nevirapin sind Hautausschlag in den ersten sechs Wochen der Therapie und Leberwert-Erhöhung. Ob toxische Leberschäden mit klinischen Symptomen auftreten, hänge vom Immunstatus der Patienten ab, so Raffi auf einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim.

Zuvor behandelte Patienten mit hoher CD4-Zellzahl scheinen zudem ein geringeres Risiko für eine Hepatotoxizität unter Nevirapin zu haben als zuvor nicht behandelte Patienten mit hoher CD4-Zahl. Dieses Ergebnis einer Auswertung aus der europäischen Kohorte EuroSIDA stellte Dr. Amanda Mocroft aus London vor.

Analysiert wurden die Daten von 1484 Patienten, die Nevirapin erhielten, und zwar getrennt nach hoher und niedriger CD4-Zellzahl (unter und über 400 Zellen bei Männern und 250 Zellen bei Frauen) und nach Therapie-erfahren und -unerfahren.

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