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Neue Therapie gegen MS in Sicht

FRANKFURT AM MAIN (ner). Mit dem Fumarsäureester BG-12 könnte es für MS-Patienten bald eine neue Therapie in Tablettenform geben. In ersten Studien ließen sich mit der Arznei im Vergleich zu Placebo Hirnläsionen reduzieren.

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So kam es in einer Phase-II-Studie mit 257 Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) in Abhängigkeit von der Dosis zu einer Reduktion Gadolinium-aufnehmender Hirnläsionen.

Mit täglich 720 mg des oral verfügbaren Medikaments BG-12 war die Läsionsrate im Vergleich zu Placebo von Woche 12 bis Woche 24 um 69 Prozent niedriger: Durchschnittlich etwa 4,5 Läsionen waren in der Placebo-Gruppe beobachtet worden, in der Verumgruppe mit der höchsten Dosis waren es etwa 1,5 Läsionen, teilt das Unternehmen Biogen Idec mit. Die Studiendaten wurden jetzt auch auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Frankfurt am Main vorgestellt.

Zudem verringerte sich die Schubrate um 32 Prozent (Nervenarzt 2, 2008, 212). Dieser Unterschied zu Placebo war wegen der kurzen Studiendauer jedoch nicht signifikant. Unerwünschte Wirkungen wie Kopfschmerzen, gastrointestinale Symptome, Hitzewallungen und Diarrhoe waren meist mild ausgeprägt und nahmen mit der Zeit ab. Schwere unerwünschte Wirkungen lagen im Placebo-Bereich. Das galt auch für die Infektionsrate.

Derzeit laufen zwei Phase-III-Studien, in die mehr als 2000 Patienten aufgenommen werden. Die Ergebnisse werden im Jahr 2010 erwartet. Gerechnet wird auch mit einer besseren Compliance der Patienten, denen bislang nur parenterale Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Fumarsäure ist eine aliphatische Dicarbonsäure, die im menschlichen Stoffwechsel ubiquitär vorkommt. Fumarsäureester werden bereits seit langem bei Psoriasis angewendet. BG-12 ist im Unterschied dazu ein Ester der Fumarsäure (Dimethylfumarat) ohne Salze von Ethylhydrogenfumarat. Es wird im Körper rasch hydrolysiert und in einen aktiven Metaboliten umgewandelt. Der Wirkmechanismus beruht offenbar auf einer Kombination zytoprotektiver und antiinflammatorischer Effekte.

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