Diabetes mellitus

Neue Versorgungsleitlinie zu Diabetischer Neuropathie

Eine neue "Nationale Versorgungsleitlinie" (NVL) soll dazu beitragen, die Versorgung von Patienten mit Diabetes und Neuropathie zu verbessern.

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Stimmgabeltest am Fuß eines Patienten bei Verdacht auf diabetische Polyneuropathie. Regelmäßige Untersuchungen werden empfohlen.

Stimmgabeltest am Fuß eines Patienten bei Verdacht auf diabetische Polyneuropathie. Regelmäßige Untersuchungen werden empfohlen.

© imagebroker / imago

BERLIN (eb). Die nun veröffentlichte "Nationale Versorgungsleitlinie Neuropathie bei Diabetes" richtet sich an alle Ärzte, die Menschen mit Diabetes behandeln. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), deren Leit linien der NVL als Quell-Leitlinien zugrunde liegen, erhofft sich davon eine bessere Versorgungsqualität.

Nervenschäden im Rahmen eines Diabetes entstehen infolge eines über lange Zeit erhöhten Blutzuckers. Betroffen sind sowohl Typ-1-Diabetiker als auch Typ-2-Diabetiker. Diabetische Neuropathien befallen das willkürliche (sensomotorische) und das unwillkürliche (autonome) Nervensystem.

"Die dadurch beeinträchtigten Nervenfunktionen führen zu Fußkomplikationen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gastrointestinal- und Urogenital-Erkrankungen und sind nicht nur gefährlich, sondern nicht selten von starken Schmerzen begleitet", erläutert der DDG-Pressesprecher Professor Andreas Fritsche aus Tübingen.

"Individuell und fachübergreifend betreuen"

Dies schränke die Lebensqualität der Patienten erheblich ein. "Um ihnen wirksam helfen zu können, müssen wir individuell und fachübergreifend betreuen", so Fritsche.

Ziel der Nationalen Versorgungsleitlinie ist es, die Versorgung von Patienten mit Diabetes und Neuropathie durch evidenzbasierte diagnostische und therapeutische Handlungsanweisungen zu verbessern. Diagnostik , Therapie, Früherkennung und Prävention sind die thematischen Schwerpunkte der Leitlinie.

Neben einer Sektor übergreifenden Behandlung kommt "Psychosozialen Aspekten und Komorbiditäten" ein besonderer Stellenwert zu: "Wenn ein Arzt beispielsweise über Lebensstiländerungen spricht, sollten alle anderen Erkrankungen berücksichtigt werden", sagt DDG-Präsident Professor Stephan Matthaei aus Quakenbrück.

Arzt-Patienten-Gespräch für eine bessere Lebensqualität

Verminderte Lebensqualität - zum Beispiel durch chronische Schmerzen oder belastende Störungen des Sexuallebens - gehöre laut DDG ebenso zum Arzt-Patient-Gespräch wie Fragen nach der subjektiven Hierarchie der Beschwerden.

"Wichtig ist, dass die Leitlinie auch Schnittstellen in der Versorgungsstruktur betrachtet", betont Matthaei. So werde darin klar definiert, wo der Allgemeinmediziner die medizinische Grundversorgung abdeckt, und wann er zum Lotsen wird, der an den Facharzt überweist.

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